Eintracht-Debakel zum Saisonstart: Zieht Hütter jetzt schon drastische Konsequenzen?
Frankfurt am Main - Der alarmierende Fehlstart von Eintracht Frankfurt setzt Trainer Adi Hütter (56) früh in der Saison unter Druck. Sieben Gegentore aus den ersten beiden Spielen zeigen vor allem eines: Die Defensive ist weiterhin die größte Baustelle der SGE.
Nach drei Gegentreffern in Berlin folgte am Sonntag das 1:4 gegen Augsburg. Hütter wurde anschließend deutlich: "Du kannst einfach keine sieben Gegentore in zwei Spielen kassieren."
Der Österreicher denkt deshalb bereits über eine grundlegende Anpassung nach. "Ich muss mir Gedanken machen, wie wir die Grundordnung vielleicht verändern können, damit wir wieder stabiler werden", so der 56-Jährige.
Eine mögliche Konsequenz wäre die Rückkehr zur Dreierkette respektive Fünferkette. Obwohl Hütter grundsätzlich die Viererkette bevorzugt, könnte das aktuelle Personal bereits jetzt für solch eine tiefgreifende Umstellung sprechen.
Im Zentrum stehen genügend Innenverteidiger bereit. Gleichzeitig ließen sich die defensiven Probleme von Elias Baum (20) und Keita Kosugi (20) auf den Außenbahnen womöglich etwas kaschieren.
Rechts gäbe es neben Baum mit Ansgar Knauff (24) und Ritsu Doan (28) zudem mehrere Optionen für die Schiene. Auf der linken Seite wäre die Auswahl deutlich kleiner und nahezu auf Kosugi und im Notfall Knauff beschränkt.
Eintracht Frankfurts dünner Kader: Hütter steht schon jetzt vor Mammut-Aufgabe
Allerdings hätte eine Dreierkette auch einen Nachteil: Ein zusätzlicher Verteidiger würde zwangsläufig einen Offensivspieler aus der Startelf verdrängen.
Hütter muss deshalb ganz genau abwägen, ob der taktische Umbau tatsächlich mehr Stabilität bringt. Zumal die Probleme nicht allein im System liegen.
"Wir müssen physisch noch zulegen. Da sind wir noch nicht dort, wo ich mir das vorstelle", sagte der Coach.
Auch mental ist die Mannschaft gefordert. In den beiden bisherigen Partien verspielte Frankfurt eine Führung.
"Natürlich ist das auch eine Kopfsache, das müssen wir schleunigst rausbekommen", erklärte Hütter. Schon nach zwei Spieltagen hat der alte, neue Eintracht-Trainer damit mehrere Baustellen gleichzeitig zu lösen.
Titelfoto: Florian Wiegand/dpa

