Mitgliederversammlung bei Eintracht Frankfurt: Tränen bei Krösche, Beck bleibt Präsident
Von Eric Dobias
Frankfurt am Main - Markus Krösche (46) hat nach der Trennung von Eintracht Frankfurt einen stilvollen und hochemotionalen Abgang hingelegt.
Der bisherige Sportvorstand des Fußball-Bundesligisten verabschiedete sich am Vormittag zunächst von der Mannschaft und dann am Abend bei der Mitgliederversammlung sichtlich bewegt von den Fans.
"Die letzten Tage waren nicht einfach für mich. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht mehr das Beste für Eintracht Frankfurt machen kann, weil mir die Durchschlagskraft fehlt. Es war nicht einfach, das auszusprechen, weil wir fünf extrem erfolgreiche Jahre hatten", sagte der mit den Tränen kämpfende Krösche.
Danach rief er den mehr als 1300 anwesenden Mitgliedern in der Frankfurter Jahrhunderthalle, die ihn mit stürmischem Applaus verabschiedeten, zu: "Ihr habt mir gezeigt, was es bedeutet, ein Traditionsverein zu sein. Es war eine besondere Reise. Dafür bin ich extrem dankbar. Ich werde immer ein Eintrachtler bleiben."
Eintracht-Präsident und Aufsichtsratschef Matthias Beck (55) würdigte Krösches Arbeit für die Hessen in den vergangenen fünf Jahren.
"Mit deinem Namen für immer verbunden bleiben wird der Gewinn der Europa League 2022 und der Einzug in die Champions League als Höhepunkt von vier aufeinanderfolgenden Teilnahmen an internationalen Wettbewerben. Du hast die Eintracht zu einer Marke in Europa gemacht", sagte Beck.
Konstanz in Frankfurt: Beck bleibt Eintracht-Präsident
Beck wurde zudem wie erwartet im Amt bestätigt. Der 55-Jährige, der seit Februar 2024 an der Spitze des Vereins steht, war der einzige Kandidat. Seit gut zwei Jahren ist er zudem Aufsichtsratschef der Eintracht Frankfurt Fußball AG.
Beck hatte vor gut 32 Monaten die Nachfolge des langjährigen Präsidenten Peter Fischer (70) angetreten.
"Es ist mir eine Ehre, diesen Verein für weitere vier Jahre zu führen. Ich übe dieses Amt mit großer Begeisterung aus und freue mich auf alles, was kommt", sagte der Unternehmer nach seiner Wiederwahl.
Geht Krösche nach Mailand, winkt den Frankfurtern Millionensumme
Und was hat Markus Krösche nun vor? Zu seinen Zukunftsplänen äußerte er sich bei seinem Auftritt nicht. Laut italienischen Medien soll die AC Mailand ihre Bemühungen um den 46-Jährigen wieder intensiviert haben.
Der Europa-League-Starter wollte den Top-Manager schon im Sommer als "Head of Football" verpflichten. Damals entschied sich Krösche jedoch für einen Verbleib in Frankfurt.
Sollte es jetzt klappen, würde auch die Eintracht davon profitieren. Denn auf Initiative von Krösche hat der Verein laut übereinstimmenden Medienberichten eine Ausstiegsklausel in die Freistellungsvereinbarung aufgenommen. Heißt im Klartext: Will ein Club Krösche vor Sommer 2027 verpflichten, wird eine Ablöse in Höhe von fünf bis sieben Millionen Euro fällig.
Titelfoto: Florian Wiegand/dpa
