Bundesland lehnt DFB-Beschluss klar ab: Keine Polizei-Kosten für unsere Vereine!

Potsdam/Cottbus - Vor einem Monat fällte das DFB-Präsidium einen richtungsweisenden Grundsatzbeschluss: Heimvereine müssen sich mindestens anteilig an Polizeikosten von Hochrisikospielen beteiligen. Das Bundesland Brandenburg geht seinen eigenen Weg.

Brandenburg will seine Fußballvereine nicht an den Mehrkosten bei Hochrisikospielen beteiligen. (Archivfoto)  © IMAGO / Fotostand

Wie das Innenministerium auf TAG24-Anfrage mitteilte, sei "eine Kostenbeteiligung nach wie vor nicht vorgesehen", so der stellvertretende Pressesprecher Andreas Carl.

Damit vertritt Brandenburg als eines der ganz wenigen Bundesländer die klare Position, zusätzliche Polizeikosten nicht an seine Vereine weiterzugeben.

Der DFB hatte sich in seiner Argumentation auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts gestützt, dass eine Gebühren-Erhebung bei Hochrisikospielen grundsätzlich rechtens sei. Auslöser war die Gebührenordnung der Freien Hansestadt Bremen, die seit 2015 dem Verein Werder Bremen Polizei-Einsätze in Rechnung gestellt hatte.

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Brandenburgs Innenministerium begründet den Sonderweg: "Ungeachtet der rechtlich zu berücksichtigenden Aspekte bleibt festzuhalten, dass auch eine Kostenbeteiligung der Vereine das Problem des mitunter hohen Kräftebedarfs bei einzelnen Spielbegegnungen nicht löst."

Bemerkenswert: Auf die Frage nach Beteiligung an bundesweiten Initiativen, die einheitliche Regelungen wie einen Sozialfond anstreben, antwortet das MIK (Ministerium des Innern und für Kommunales) explizit nicht.

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Zuletzt war die Polizei Brandenburg Mitte September mit einem Großaufgebot zur Absicherung des Cottbus-Spiels gegen St. Pauli vor Ort.  © TAG24/Lukas Schulze

Innenministerium lobt gute Zusammenarbeit mit Energie Cottbus und SV Babelsberg

In Brandenburg gibt es vor allem mit Energie Cottbus (2. Liga) und dem SV Babelsberg 03 (Regionalliga) zwei Vereine mit hohem Fanpotenzial. Die Gesamtzahl der Hochrisikospiele bewegt sich über ein Jahr gesehen im einstelligen Bereich.

Das von Dr. Jan Redmann (46, CDU) geführte Innenministerium verweist im Weiteren auf "die grundsätzlich gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen in Brandenburg polizeilich relevanten Fußballvereinen und Verbänden sowie deren Bemühungen".

Unter anderem findet alljährlich ein "Fußballsicherheitsgipfel" statt, der von der Brandenburger Landespolizei ausgerichtet wird.

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