Platz acht nach sieben Spielen, aber Cottbus kämpft schon jetzt gegen eine Phobie!
Cottbus - Auch einen Tag nach der 1:3-Pleite von Darmstadt ärgert sich Cottbus grün und blau! Erneut schenkt Energie Führung und Sieg her. Die Spielverläufe gleichen sich, die Nummer in Darmstadt ist Muster, kein Einzelfall. TAG24 meint: Cottbus kämpft gegen die Führungs-Phobie!
1. Spieltag gegen Hannover: Energie geht durch einen abgefälschten Freistoß in Führung, lässt sich fortan hinten reindrücken und kassiert den Ausgleich. Dank eines fantastischen Marcel Lotka (25) im Tor, Spielglück und einer Energie-Leistung nach der Pause gewinnt Cottbus dennoch 3:1.
3. Spieltag gegen Fürth: Schon nach sechs Minuten jubelt Energie, überrollt die SpVgg förmlich, aber verpasst den zweiten Treffer. Vor und nach der Pause lässt sich Energie die Butter vom Brot nehmen, es setzt eine 3:4-Heimpleite.
6. Spieltag gegen St. Pauli: Cottbus erzwingt früh eine gelbrote Karte für den Gegner, geht vor der Pause verdient in Führung. Im zweiten Durchgang schaltet Energie zwei Gänge zurück. In Überzahl fängt sich der Aufsteiger den 1:1-Ausgleich.
Testspiel gegen Posen: Cottbus geht sogar zweimal in Führung und spielt nur 2:2, obwohl die Wollitz-Elf laut ihres Trainers nach "zehn Minuten schon eigentlich 3:0 führen" hätte können.
Kann Cottbus keine Führung? Den Gegenbeweis erbrachte Cottbus in Karlsruhe, schob nach der Pause die zweite und dritte Hütte nach und "killte" früh den Gegner (Endstand: 3:0).
Energie Cottbus hat laut seines Trainers "viel zu wenig Punkte"
Nichtsdestotrotz offenbart ein Blick in die Statistik: Energie ist nach Ostrivale Dynamo Dresden der Zweitligist, der die meisten Punkte (acht Zähler) nach Führung abgibt.
Schon nach St. Pauli legte Wollitz den Finger in die Wunde: "Wir haben viel zu wenig Punkte. Das ist Fakt. Du darfst gegen Greuther Fürth [...] und heute musst du als Sieger vom Platz gehen und dann siehst du, wo du bist."
Das Problem ist intern längst bekannt, aber nach wie vor nicht behoben. Wollitz geigte deswegen seinem Team nach Darmstadt noch auf dem Platz lautstark die Meinung.
"Ich nehme gerne zwei Gegentore, wenn ich erkenne, dass wir auch die Möglichkeit haben, vier oder fünf zu schießen, unabhängig davon, ob wir sie schießen", so die Devise des Trainers.
Zwar blüht Justin Butler (25) als Mittelstürmer regelrecht auf, versemmelte aber gegen Darmstadt Gelegenheiten aufs zweite Tor. Dmytro Bogdanov (19) ist als Joker gefährlich, Tolcay Cigerci (31) vor allem nach Standards. Auch ihm ging der Killerinstinkt gegen Darmstadt ab.
Nur wenn es Energie weiter schafft, mutig nach vorne zu spielen und die Führungs-Phobie zu besiegen, könnte das eine sorgenfreie Saison werden.
Titelfoto: Florian Wiegand/dpa

