Seit zwei Monaten gibt es Kontakt: Wird er Energies Spät-Transfer?
Cottbus - Seit einer Woche trainiert mit Marcel Beifus ein erprobter Zweiliga-Verteidiger in Cottbus mit. Was kaum einer weiß: Energie lotet schon seit Monaten eine mögliche Verpflichtung des früheren U21-Nationalspielers aus.
Dass ein Transfer überhaupt ein Thema ist, liegt in einer schlimmen Verletzung von Beifus begründet. Der Manndecker zog sich im Wintertrainingslager seines Ex-Klubs KSC einen Knorpelschaden im Knie zu. Es folgten eine OP und sieben Monate Pause.
Der auslaufende Vertrag des 23-Jährigen wurde bei den Badenern nicht verlängert. Die Gelegenheit für Cottbus?
FCE-Trainer-Manager Pele Wollitz (61) ehrlich: "Schon über 80 Spiele, über 90 Minuten in der 2. Bundesliga, 23 Jahre, Marktwert von über zwei Millionen, aber schwere Verletzung. [...] Wäre er gesund, hätten wir keine Chance."
Dass ein Spieler seines Kalibers jetzt sein Aufbauprogramm ausgerechnet in Cottbus absolviert, wertet Wollitz als "Anerkennung".
Clever: Energie traf sich schon vor zwei Monaten mit Beifus. Da war an Training auf dem Platz für den Rekonvaleszenten noch gar nicht zu denken. Inzwischen hat Beifus nach ärztlicher Abschlussuntersuchung und von der Berufsgenossenschaft grünes Licht bekommen.
"Das ist genau das Muster, wo ich Bock drauf habe, so einen Jungen zu begleiten. Es ist bekannt, dass wir Spieler gerade in solchen Situationen wieder zurückbringen können", betont Wollitz Cottbus' Kompetenzen.
Energie Cottbus hat viele Spieler nach schweren Verletzungen wieder auf Top-Level gebracht
Unter anderem Kapitän Axel Borgmann (32) fand nach behutsamen Aufbauprogramm infolge eines Kreuzbandrisses zurück zu alter Stärke, packte aus Wollitz' Sicht sogar eine Schippe drauf.
Im Fall Beifus könnte der Personalplan wie folgt aussehen: Zunächst kann sich der Verteidiger in Ruhe und in Umgebung eines Profi-Teams wieder dem Zweitliga-Level annähern. Passt das für beide Seiten, könnte ein Vertrag folgen.
"Das wird aber nicht in vier Wochen möglich sein, also um da schon mal einen Riegel vorzuschieben. Wenn einer meint, er könnte in vier Wochen nach sieben Monaten, acht Monaten mit einer schweren Operation wieder kicken, das geht nicht", so Wollitz deutlich.
Stattdessen stieg der gebürtigen Wolfenbütteler (Niedersachsen) im Teamtraining erst einmal in einfache Passformen ein. Gelingen die nächsten Schritte, könnte Beifus auf Strecke ein Cottbuser Spät-Transfer werden.
Titelfoto: IMAGO / Sportfoto Rudel

