Torfestival vorne, Schießbuden hinten - Kann Cottbus nur Spektakel?

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Cottbus - Torfestival vorne, Schießbude hinten! Energie Cottbus mischt mit Spektakel-Fußball die 2. Bundesliga auf - genau so, wie es Trainer Pele Wollitz (61) angekündigt hatte.

Tolcay Cigerci (31, l.) und Dmytro Bogdanov (19) jubeln. Energie zeigt weiter Spektakel-Fußball.
Tolcay Cigerci (31, l.) und Dmytro Bogdanov (19) jubeln. Energie zeigt weiter Spektakel-Fußball.  © Michael Matthey/dpa

"Das ist schon ein bisschen verrückt, so wie wir die letzte Saison beendet haben, fängt es wieder an", erklärte Torschütze King Manu (22) nach dem irren 4:4 in Wolfsburg.

Schon in der 3. Liga hatte Energie durch wilde Spiele und furiose Aufholjagden für Aufsehen gesorgt, setzt diese Tendenz eine Liga höher nahtlos fort.

Nach vier Spieltagen lässt sich feststellen: In Spielen von Energie Cottbus fallen die meisten Tore. 22 Stück an der Zahl, also fünf oder sechs Treffer pro Spiel. Kann Energie nur Spektakel?

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Die Wollitz-Elf befolgt nach Startschwierigkeiten genau das Mantra, das ihr Trainer in der Sommerpause ausgerufen hatte: "Wir werden weiterhin mutig sein, wir werden attackieren, wir werden offensiv spielen."

Diese Ausrichtung bekräftigte Energies Coach nach Wolfsburg noch einmal: "Unsere Chance liegt, nach vorne zu spielen. Unsere Chance liegt, so wie heute, diese Überzeugung zu haben."

Das 4:4 in Wolfsburg reihte sich in die Riege der torreichen Energie-Spiele nahtlos ein.
Das 4:4 in Wolfsburg reihte sich in die Riege der torreichen Energie-Spiele nahtlos ein.  © Michael Matthey/dpa

Energie Cottbus hat die viertmeisten Tore erzielt und die meisten Gegentreffer kassiert

Cottbus' Team feiert vor der Gästekurve. Der Offensivfußball kommt bei den Anhängern super an.
Cottbus' Team feiert vor der Gästekurve. Der Offensivfußball kommt bei den Anhängern super an.  © Michael Matthey/dpa

Gegen Wolfsburg zeigte sich aber auch erneut die Kehrseite der Medaille. Die Wölfe ließen Energie laufen, verlagerten oder überspielten das Cottbuser Pressing clever, hatten massig Torchancen.

Deshalb stellte Wollitz auf der Pressekonferenz mit einem Hauch von Eigenironie fest: "Also wir werden, glaube ich, selten zu null spielen. Das ist so. Das liegt aber auch an der Qualität der Gegner."

Energie hat mit zwölf Gegentoren die meisten aller Teams kassiert, das sind im Schnitt drei pro Spiel. Mit dieser Quote steigt man unweigerlich ab. Wollitz: "Wir wollen junge Spieler, wir wollen Spektakel, dann gehört das dazu."

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Allerdings leistete sich Energie vor dem 1:0 und 3:0 zwei schwere individuelle Aussetzer, weshalb Wollitz weiter mahnte: "Trotzdem kann man ja über die Fehler diskutieren. Ich finde, in dieser Häufigkeit, in vier Spielen, ist es einfach zu hoch."

Dennoch sei dies kein Widerspruch zum offensiven Ansatz, wie Wollitz wiederholt klarstellte. Die einfache Lösung wäre: Energie spielt weiter Spektakel-Fußball und reduziert seine Defensiv-Fehler.

Nicht jede Woche wird Cottbus einen Drei-Tore-Rückstand egalisieren können, Wollitz' Angst: "Wir werden weiterhin unfassbar viele Möglichkeiten bekommen, nur schafft es eine Mannschaft, diese Fehler wegzustecken und trotzdem so positiv zu bleiben?"

Titelfoto: Michael Matthey/dpa

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