Nächster Nackenschlag! Schwacher FC Bayern lässt auch gegen Eintracht Frankfurt Federn

München - Es sollte ein Befreiungsschlag mit Nachdruck werden, doch das Resultat war der nächste Nackenschlag: Der FC Bayern hat auch gegen Eintracht Frankfurt nicht gewonnen! Am Ende stand ein enttäuschendes 1:1 (1:0) zu Buche.

Leroy Sané (M.) brachte den FC Bayern zunächst in Führung.
Leroy Sané (M.) brachte den FC Bayern zunächst in Führung.  © Christof STACHE/AFP

Gegen bissig agierende, jedoch offensiv zunächst harmlose Frankfurter schien sich ein Kniff von Julian Nagelsmann erst einmal als goldrichtig zu erweisen.

Der Coach der Münchner setzte im Topspiel auf die geballte Erfahrung von Antreiber Thomas Müller, beorderte den Nationalspieler nach zwei Spielen auf der Ersatzbank wieder zurück in die erste Elf.

Der Routinier unterstrich nicht nur im lautstarken Austausch mit seinen Mitspielern, warum er für die Bayern extrem wertvoll sein kann, sondern auch bei der starken Vorarbeit zur 1:0-Führung, als er von der rechten Außenbahn das Auge für Leroy Sané hatte, der aus dem Rückraum vollstrecken konnte.

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Sonderlich glanzvoll war der Auftritt bis zum Treffer in der 34. Minute allerdings nicht - besonders mit Blick auf die anstehenden Aufgaben und primär das Duell in der Champions League gegen Paris Saint-Germain kam von im letzten Drittel einmal mehr ideenlosen und unkreativen Münchnern zu wenig.

Denn während die Bayern der SGE beim 6:1-Hinrundenerfolg laut Sebastian Rode "den Arsch aufgerissen" und so nach einer halben Stunde mit 3:0 in Führung gelegen hatten, mussten sich alle, die es mit dem Meister halten, diesmal nicht nur länger in Geduld üben, ehe es endlich ein Tor zu bejubeln gab, sondern bekamen auch schlicht keine gefährlichen Abschlüsse geboten.

Am grundlegenden Willen der Nagelsmann-Truppe lag das zwar nicht. Nach einem mit zwei Remis bereits als missglückt zu wertenden Start in das Fußballjahr 2023, der zusätzlich durch teils selbst hochgekochte Probleme abseits des Feldes verstärkt wurde, war dieser spürbar. Für die individuell vorhandene Klasse der Hausherren war das Gezeigte jedoch enttäuschend.

Die Folge: Gegen erwartungsgemäß kompakt stehende Frankfurter taten sich Sané und Co. sichtlich extrem schwer.

FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt am 18. Spieltag der Bundesliga letztlich erschreckend harmlos

Eintracht Frankfurt konnte sich letztlich beim FC Bayern am 18. Spieltag allerdings durch das Unentschieden einen Punkt erkämpfen.
Eintracht Frankfurt konnte sich letztlich beim FC Bayern am 18. Spieltag allerdings durch das Unentschieden einen Punkt erkämpfen.  © Sven Hoppe/dpa

In hart umkämpften, aber ereignislosen ersten 30 Minuten blieben die Münchner das teils offen, teils zwischen den Zeilen von der Chefetage vor der Partie geforderte Ausrufezeichen gänzlich schuldig.

Das Tor Sanés konnte die mitunter wahrnehmbare Verunsicherung in den Köpfen der Spieler aufgrund der ausbleibenden Erfolge in den zurückliegenden Wochen - sowie bei einigen auch der WM in Katar - und die dadurch fehlende Leichtigkeit im Auftreten etwas abmildern, so wirklich "Bayern-like" war der Auftritt allerdings selbst nach der Führung nicht.

Dayot Upamecano ließ vor der Halbzeit noch eine gute Kopfballmöglichkeit liegen (36.), Sané blieb aus aussichtsreicher Position an Tuta hängen (62.). Ball und Spiel zu bestimmen, ist das eine, aus dieser Dominanz etwas Zählbares zu machen, das andere - und eigentlich eine der Qualitäten des FC Bayern.

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Diese fehlte in der jüngeren Vergangenheit jedoch ein ums andere Mal. Gegen die SGE brachten die Münchner letztlich gerade einmal zwei echte Abschlüsse auf das Tor von Schlussmann Kevin Trapp zustande, was sich wie so oft im Fußball rächen sollte.

Vom im Vorfeld von Eintracht-Trainer Oliver Glasner betonten "großen Elan" war lange Zeit maximal im couragierten Auftreten im Spiel gegen den Ball sowie mit viel Wohlwollen bei vereinzelten Nadelstichen etwas zu sehen, vom Ziel, "in München zu gewinnen", hingegen praktisch kaum etwas. Das änderte sich in der 69. Minute allerdings schlagartig.

Randal Kolo Muani erzielte für die Gäste aus Frankfurt in Halbzeit zwei den 1:1-Endstand.
Randal Kolo Muani erzielte für die Gäste aus Frankfurt in Halbzeit zwei den 1:1-Endstand.  © Sven Hoppe/dpa

Randal Kolo Muani trifft für Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern - und sichert SGE einen Punkt

Im wahrsten Sinne aus dem Nichts war es Randal Kolo Muani, der den ersten Schuss aufs Tor der Gäste unhaltbar für Sommer, der somit auch im dritten Spiel im Bayern-Dress hinter sich greifen musste, in die Maschen beförderte. Ein schneller Schritt war zu viel für Upamecano, der seinen französischen Nationalmannschaftskollegen beim 1:1 nicht entscheidend stören konnte.

Von den Münchnern kam nach dem Gegentor keine entscheidende Abschlussaktion mehr. In der Nachspielzeit hätte der eingewechselte Rafael Borré aus spitzem sogar noch fast den Siegtreffer der Gäste erzielt. Es wäre der Super-GAU aus Sicht des FC Bayern gewesen, den es allerdings gar nicht brauchen dürfte. Ruhe wird aufgrund des dritten Remis im dritten Spiel in Folge und vor allem der gezeigten Leistung an der Säbener Straße so schnell keinesfalls einkehren.

Statistik zum Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt

18. Spieltag

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt 1:1 (1:0)

Aufstellungen

FC Bayern: Sommer - Stanisic, Upamecano, de Ligt, Davies - Kimmich - Sané, Müller, Musiala, Coman - Choupo-Moting

Eintracht Frankfurt: Trapp - Tuta, Hasebe, N'Dicka - Buta, Rode, Sow, Knauff - Lindström, Götze - Kolo Muani

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 75.000

Tore: 1:0 Sané (33.), 1:1 Kolo Muani (69.)

Gelbe Karten: de Ligt (8.), Sommer (25.), Upamecano (56.) / Borré (80.)

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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