München - Drücken die Schiedsrichter beim FC Bayern manchmal beide Augen zu? Die Diskussion um den sogenannten "Bayern-Bonus" wird im deutschen Fußball seit Jahrzehnten geführt. Nun hat sich Ex-Schiri Deniz Aytekin (48) zu der Fan-Theorie geäußert.
"Das ist eher im Land der Märchen", sagte der 48-jährige gebürtige Nürnberger im Podcast "Tomorrow".
Auch Leverkusen wurde zuletzt wegen vieler entscheidender Tore in der Nachspielzeit ein "Bayer-Bonus" nachgesagt. Laut Aytekin genieße kein Klub bei den Unparteiischen eine Sonderbehandlung.
"Es ist ein Mythos", stellte er klar.
Dass Fans trotzdem gerne über solche Theorien diskutieren, kann der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter aber nachvollziehen. "Das macht's ja auch irgendwie witzig, aber es ist nicht wahr", sagte er.
Aytekin hat auch eine Theorie, warum sich der Mythos so hartnäckig hält: die schiere Zahl an Situation im Fußball, die sich unterschiedlich interpretieren lassen. Daher fühle sich mal die eine und mal die andere Mannschaft benachteiligt. Das sei keine Verschwörung, sondern der Natur des Sports geschuldet.
Deniz Aytekin: Schiedsrichter muss möglichst unauffällig sein
Für Aytekin, der während seiner Karriere mehrmals vom DFB zum "Schiedsrichter des Jahres" gewählt wurde, gilt ohnehin ein ganz anderer Maßstab: Der Unparteiische hat seinen Job dann gut gemacht, wenn hinterher niemand über ihn redet.
Das Ziel sei, dass die Zuschauer nach dem Spiel sagen: "Der war heute gar nicht auffällig, der hat seine Sache gut gemacht."