Nach Zusammenbrüchen verkündet Musiala seine Diagnose: Was genau sind "Absencen"?
München - Zweimal brach Jamal Musiala (23) innerhalb von nur drei Tagen auf dem Platz zusammen. Die beängstigenden Zwischenfälle begründete der Star des FC Bayern mit sogenannten "Absencen" - aber was bedeutet das überhaupt?
"Ich verstehe, dass sich viele von euch Sorgen machen. Diese Sorge möchte ich euch heute nehmen", hatte der 23-Jährige auf Instagram geschrieben und betont, dass es ihm gut gehe.
Bei ihm seien "temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt [worden], welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind". Absencen - ein Begriff, von dem viele Menschen zum ersten Mal hören.
Auf Deutsch bedeutet er so viel wie "Abwesenheit" und beschreibt eine Form der Epilepsie, bei der der Betroffene kurze Bewusstseins-Aussetzer hat - also genau das, was Musiala sowohl beim Telekom Cup gegen RB Leipzig als auch im Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim passiert war.
Die Erkrankung tritt häufig bereits im Kindesalter auf, wird aber auch noch bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen diagnostiziert. Verläuft die Erkrankung typisch, sind die Anfälle oftmals kaum als solche zu erkennen, da sie nur wenige Sekunden dauern und sich Außenstehenden oft als Tagträumerei oder Unaufmerksamkeit präsentieren.
Betroffene schalten in diesen Momenten kurzzeitig ab, sind nicht ansprechbar oder aufnahmefähig und wirken desorientiert, nehmen ihre zuvor ausgeführte Tätigkeit aber nach den Anfällen oft direkt wieder auf, sind bei klarem Verstand und haben nur für den Zeitraum der Absence eine Erinnerungslücke.
Der amerikanischen Epilepsy Foundation zufolge ist normalerweise keine Erste Hilfe nötig.
FC Bayern befürchtet kein Karriereende von Jamal Musiala
Die Absencen treten häufig mehrfach täglich auf, in manchen Fällen Hunderte Male am Tag. Auch Musiala beschreibt, dass Momente wie gegen Leipzig oder Hoffenheim derzeit "Teil meines Alltags" seien.
Dennoch bestehe kein weiteres gesundheitliches Risiko, dafür, dass er weiter Fußball spielt, habe er die Freigabe der neurologischen Fachärzte. Mit entsprechender Medikation lässt sich die Anzahl der Anfälle häufig in den Griff bekommen und teilweise komplett unterdrücken.
Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Vereinskreisen erfuhr, rechnet man auch beim FC Bayern nicht damit, dass Musiala ein frühzeitiges Karriereende droht. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass der 23-Jährige nicht weiter auf dem Niveau spielen könne.
Titelfoto: Harry Langer/DeFodi/dpa/dpa
