Schnellster Treffer der Liga-Geschichte! Bayern verpasst gegen Augsburg Tabellenführung

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Von Manuel Schwarz

Augsburg - Ein historisches Tor nach Patzer von Manuel Neuer (40) hat dem FC Bayern München den Sprung an die Tabellenspitze der Bundesliga gekostet.

Manuel Neuer patzte im Spiel gegen Augsburg.
Manuel Neuer patzte im Spiel gegen Augsburg.  © Tom Weller/dpa

Beim 2:2 (0:1) des Rekordmeisters in Augsburg verursachte der Torhüter mit der ersten Aktion das Gegentor und ermöglichte FCA-Profi Robin Fellhauer nach offiziell 8,4 Sekunden den schnellsten Treffer der Liga-Geschichte.

Ismael Saibari (25, 55. Minute) und Nathaniel Brown (23, 80.) retteten den Münchnern immerhin noch das Unentschieden. Die Rückkehr auf Platz aber verpasste das Starensemble - auch weil den Münchnern mehrere Tore wegen Abseitsposition aberkannt wurden. Rodrigo Ribeiro (21, 65.) hatte Augsburg mit 2:1 in Führung gebracht.

Nach Dortmunds 2:2-Patzer am Vorabend gegen Bremen waren die Bayern eigentlich extra motiviert, Rang eins zu übernehmen. Coach Vincent Kompany (40) sagte vor dem Anpfiff bei DAZN, in solchen Partien "musst du eigentlich sofort da sein mit deiner besten Leistung".

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Just der Beginn ging dann aber brachial schief.

Augsburg freut sich über das 2:1.
Augsburg freut sich über das 2:1.  © Tom Weller/dpa

Neuers fataler Chipball

Mit dem ersten Kontakt nach dem Anstoß wollte Münchens Torhüter Neuer den Ball über den heranstürmenden Fellhauer (28) chippen, verschätzte sich dabei aber. Das Leder flog an den Rücken des FCA-Angreifers, der daraufhin das leere Tor vor sich hatte und nach etwas mehr als acht Sekunden zum 1:0 einschob.

Das war in mehr als sechs Jahrzehnten Bundesliga-Historie niemandem so schnell gelungen. Der 28-Jährige schnappte sich die Bestmarke für das schnellste Tor vom Leverkusener Karim Bellarabi (36) und Hoffenheims Kevin Volland (34), die jeweils neun Sekunden für ihre Rekordtreffer gebraucht hatten.

Die meisten der 30.660 Fans feierten in der Arena, Torwart Neuer hob nach seinem folgenschweren Lapsus zerknirscht und entschuldigend die Arme.

Die Bayern konnten sich nicht gegen Augsburg durchsetzen.
Die Bayern konnten sich nicht gegen Augsburg durchsetzen.  © Tom Weller/dpa

Drei aberkannte Bayern-Tore wegen Abseits

Angestachelt vom Rückschlag drängte das Münchner Starensemble auf den Ausgleich - und kam phasenweise zu Chancen im Minutentakt. Harry Kane (33) etwa schoss zunächst knapp vorbei (9.), köpfte kurz danach drüber (14.) und traf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit volley nur die Latte (45.+5). Auch Saibari auf der Münchner Zehnerposition war nah dran am Ausgleich, zielte aber aus spitzem Winkel daneben (37.) und dann nicht platziert genug (45.+2).

Ein 1:1 zum Seitenwechsel wäre angesichts von zwei Dritteln Ballbesitz und mehr Torabschlüssen nicht unverdient gewesen. Allerdings hätten sich die Münchner auch mehr Gegentore fangen können: Der FCA trieb einige Konter gefährlich über den Platz, nur den Abschluss verpassten die Fuggerstädter.

In der 35. Minute hatte Juma Bah (20) das 2:0 auf dem Fuß - nach einer Flanke aber lenkte der Verteidiger den Ball aus nächster Nähe über die Latte.

Bayerns Nationalspieler Nathaniel Brown (23) jubelt über das Tor zum 2:2 in Augsburg.
Bayerns Nationalspieler Nathaniel Brown (23) jubelt über das Tor zum 2:2 in Augsburg.  © Tom Weller/dpa

Kane mit Torvorlagen auf Saibari und Brown

Der deutsche Rekordchampion hatte in der vorigen Bundesligasaison nur eine Partie verloren, daheim gegen just die Augsburger. Weder Coach Kompany hatte das vergessen noch seine Schützlinge. Nationalspieler Aleksandar Pavlovic (22) räumte vor dem Anpfiff ein: "Das schmerzt natürlich schon."

Kurz nach dem Wiederanpfiff konnten die Bayern dann zumindest der Schmerz des frühen Gegentors etwas lindern, als Saibari nach Kane-Vorlage zum 1:1 traf. Kurz davor hatten die Gäste noch Pech, dass ihnen ein Treffer von Luis Diaz (29, 51.) nach VAR-Eingriff wegen Abseits aberkannt wurde. Augsburgs Keeper Finn Dahmen (28) hatte den Volley-Schuss durch die Hände flutschen lassen.

Bayern drängte auf die Führung - und wurde ausgekontert. Einen Schuss des aufgerückten Linksverteidigers Calvin Brackelmann (27) konnte Neuer nicht gut genug zur Seite abwehren, Ribeiro staubte zum 2:1 ab.

Nachdem München zwei weitere Treffer wegen Abseits aberkannt worden waren, gelang Brown nach Vorlage von Kane ganz regulär der Ausgleich. Der eingewechselte Serge Gnabry scheiterte danach am Pfosten (83.). In einer wilden Schlussphase wehrte sich Augsburg erfolgreich gegen das 2:3 und die Niederlage.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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