Aue-Präsident äußert sich zu Negativserie und Shubitidze: Wirbel um Punktvorgabe und Transferfrust im Aufsichtsrat
Aue - "Es bedarf in den nächsten drei, vier Spieltagen Punkte", weiß Vereinspräsident Thomas Schlesinger, dass der FC Erzgebirge Aue in den nächsten Wochen wieder abliefern muss, damit die Aufbruchstimmung nicht ein jähes Ende findet. Ein Ultimatum oder eine genaue Punktvorgabe wird es vom Vorstand zur gegenwärtigen Zeit nicht geben, unterstreicht der Unternehmer.
Im Aufsichtsrat scheint man das dagegen teilweise anders zu sehen. Nach TAG24-Infos, die aus Vereinskreisen bestätigt wurden, sind intern von Personen, die diesem Gremium angehören, für die Spiele gegen Greifswald (A/0:1), Halle (H), Zwickau (A) und Jena (H) Zielvorgaben für die Punktausbeute gesetzt worden.
Werden die nicht erfüllt, müssten sich Cheftrainer Khvicha Shubitidze (52) und der Vorstand zumindest unangenehme Fragen gefallen lassen.
Im Aufsichtsrat soll man zudem mit einigen Transfers nicht glücklich sein. So habe man sich etwa beim letzten Neuzugang für die Defensive mehr Erfahrung erwartet.
Aue war nach TAG24-Infos an Robin Bormuth (31) dran, handelte sich (wohl weil man finanziell nicht All-in ging) eine Absage ein und verpflichtete stattdessen Probespieler Daniel Fišl (26) bei dem die fehlenden Deutschkenntnisse und noch fehlende Spielfitness zunächst gegen eine Verpflichtung sprachen.
Fakt ist: Wächst sich die Ergebniskrise aus, gibt es spätestens am 13. November zur Mitgliederversammlung unangenehme Fragen. Das weiß auch Schlesinger.
Aue-Vorstand gibt Coach Shubitidze Rückendeckung
Der Vereinspräsident sagt: "Jetzt mit Blick auf eine harmonische Mitgliederversammlung eine Punktvorgabe zu machen, halte ich nicht für zielführend. Es ist aber auch so, dass die Lösung für unsere sportliche Misere nicht die ist, fünf Wochen lang die Aussage zu treffen, man hat gegen tiefstehende Gegner Probleme. Dafür gibt es das Training und die Videoanalyse."
Und weiter: "Dass die Mannschaft rein individuell, wenn die erste Elf auf dem Platz steht, in der Lage ist, Punkte zu holen, hat sie bewiesen."
Der Cheftrainer erhält Rückendeckung. "Ich hätte die Mannschaft, mit dem, was am Spieltag gegen Greifswald zur Verfügung stand, genauso aufgestellt, wie es Khvicha Shubitidze getan hat", so Schlesinger. Das Argument, die Mannschaft sei zu unerfahren, lässt er mit Blick auf Marcel Bär (34), Martin Männel (38), Simon Skarlatidis (35), Patrick Kapp (29) oder Bastian Strietzel (28) nicht gelten.
Die Debatten in den sozialen Medien verfolgt der Klubchef betont mit Abstand: "Ich bin nicht auf diesen Plattformen unterwegs. Als die ersten Spiele gut liefen und wir knapp hinter Platz eins waren, habe ich nicht darauf geschaut und werde es jetzt nach den drei enttäuschenden Spielen nicht machen. Der Vorstand lässt sich von sozialen Medien oder irgendwelchen anderen Strömungen weder beeindrucken noch beeinflussen!"
Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Gabor Krieg, Picture Point/Sven Sonntag

