Neue Aue-Bosse setzen klare Ziele: "unbedingt notwendigen" Klassenerhalt

Aue - Die neue Chefetage des FC Erzgebirge Aue ist seit 12. November im Amt. In der kurzen Zeit hatten Vorstand und Aufsichtsrat viel Arbeit zu bewältigen und schon erste Maßnahmen unternommen. Nun bezogen die neuen Veilchen-Bosse in einem Weihnachtsgruß erstmals Stellung.

Zwei gekreuzte Hämmer: Olaf Albrecht (55, r.) punktete bei Präsident Roland Frötschner (69) u.a. mit unternehmerischem Sachverstand sowie einer positiven persönlichen Ausstrahlung. Mit ihm sei die Vertrauensbasis in die Arbeit der Geschäftsführung wiederhergestellt.
Zwei gekreuzte Hämmer: Olaf Albrecht (55, r.) punktete bei Präsident Roland Frötschner (69) u.a. mit unternehmerischem Sachverstand sowie einer positiven persönlichen Ausstrahlung. Mit ihm sei die Vertrauensbasis in die Arbeit der Geschäftsführung wiederhergestellt.  © FC Erzgebirge Aue

Die Vereinsgremien räumen drei Zielen höchste Priorität ein. Es sollen unter anderem geordnete und transparente Strukturen mit klarer Aufgabentrennung geschaffen werden.

Weiterhin verschreiben sie sich der wirtschaftlichen Stabilisierung des Vereins "auf Basis von zu schaffender Klarheit über die bestehende Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätslage sowie einer belastbaren Finanz- und Ergebnisplanung".

Ferner soll die sportlicher Leistungsstärke wiederhergestellt werden, verbunden mit dem "unbedingt notwendigen" Klassenerhalt in dieser Spielzeit.

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Ergänzt habe man diese Hauptziele um die Aufbereitung von Vorgehensweisen und Entscheidungen, welche ursächlich für die sportliche Talfahrt und wirtschaftliche Situation gewesen sein könnten. Falls erforderlich, bediene man sich externer juristischer Unterstützung. Jene beiden Sätze dürften sich klar an die vorige Führungsriege um Ex-Präsident Helge Leonhardt (64), Geschäftsführer Michael Voigt (50) & Co. richten.

Voigt wurde kürzlich von der neuen Vereinsführung mit sofortiger Wirkung entlassen. Sollte es zu keinem goldenen Handschlag kommen, dürften sich beide Vereine vor Gericht wiedersehen, da Voigts Arbeitsvertrag nach TAG24-Informationen bis 2025 datiert ist.

Voigts Nachfolge zu regeln, ist eine Maßnahme, die bereits umgesetzt wurde, indem der vormalige Geschäftsführer der Spielbetriebs- GmbH des FSV Zwickau, Olaf Albrecht (55), zum Interimsgeschäftsführer bestellt wurde.

Auch die explodierenden Energiekosten sind Thema

Pavel Dotchev (57).
Pavel Dotchev (57).  © picture point/Sven Sonntag

"Olaf Albrecht überzeugte die Gremien mit unternehmerischem Sachverstand, langjähriger Management- und Marketingerfahrung und einer positiven persönlichen Ausstrahlung, welche gleichermaßen von Bescheidenheit und Engagement geprägt ist.

Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass mit dieser Person die verloren gegangene, aber unbedingt notwendige Vertrauensbasis der Gremien in die Arbeit der Geschäftsführung wiederhergestellt wurde", heißt es von Vereinsseite.

Um den Verein im Zuge der explodierenden Energiekosten wirtschaftlich am Laufen zu halten, standen die Neuverhandlung und der Abschluss des auslaufenden Gas- und Stromliefer-Vertrages mit einem regionalen Anbieter auf der Agenda. Trotz Sonderkonditionen käme es hierbei zu erheblicher Mehrbelastung.

Weitere Spieler gesucht

Zusätzliche Sponsorengelder durch Mitglieder des Vorstandes, Aufsichts- und Ehrenrates sowie des Förderkreises in insgesamt sechsstelliger Höhe sorgen dafür, dass der FCE im Winter nochmal in den sportlichen Bereich investieren kann. Gesucht wird noch ein Offensivspieler mit "Vollstreckerqualitäten".

Dies zielt mit auf die "Wiederherstellung sportlicher Leistungsstärke" ab. Genauso auch die Bestellung von Matthias Heidrich als Geschäftsführer Sport und die Rückkehr von Pavel Dotchev. Die Differenzen zwischen dem 57-jährigen Cheftrainer und den Veilchen seien damit bereinigt. "Pavel Dotchev steht voll hinter unserem Verein und hat die aufgetretenen Differenzen nicht zu verantworten", so die Gremien.

Ein so tiefer Einblick zeugt von Transparenz, für die die neuen Gremien einstehen wollen. Was man in einem Weihnachtsgruß an den e.V. leider vergebens sucht, ist ein Dank an Interimstrainer und "Lückenbüßer" Carsten Müller(51) sowie die weiteren Sparten des Vereins.

Titelfoto: FC Erzgebirge Aue

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