"War in keinster Weise abzusehen": FCM nach Auftakt mit Analyse beschäftigt
Magdeburg - Ein Wort, um den Auftritt bei der 1:6-Niederlage zu beschreiben, wäre: überraschend. Dessen sind sich auch die FCM-Akteure einig, denn in den Interviews nach dem Spiel konnte man sich nicht erklären, wie es zu so einem Auftakt gekommen war.
Tobias Müller (32, Innenverteidiger), Alexander Nollenberger (29, Linksverteidiger), Petrik Sander (65, Trainer) und auch Peer Jaekel (44, Sportdirektor), waren in den Interviews nach dem Spiel alle einer Meinung: Niemand verstand so richtig, wie es zu dieser Leistung auf dem Platz kam.
"Das war in keinster Weise abzusehen", sagte der Sportdirektor, sichtlich bemüht, die richtigen Worte zu finden. Alexander Nollenberger wurde in seinen Emotionen schon deutlicher und erzählte, wie er sich zwischenzeitlich auf dem Platz dachte: "Leck mich am Arsch, was passiert hier eigentlich."
An fehlender Vorbereitung lag die nicht gezeigte Leistung laut Jaekel allerdings nicht: "Wir haben mit vollster Überzeugung sowohl in Paderborn als auch zu Hause gegen West Ham gespielt. Wir sind als Gruppe mit einer Entschlossenheit aufgetreten, die wir uns auch heute gewünscht hätten."
Zudem betonte der Sportdirektor gleich mehrmals, dass es für ihn ein mannschaftliches Versagen war, unabhängig von individuellen Leistungen: "Ich werde mich jetzt nicht auf irgendeine Personalie stürzen und sagen, da hat es nicht gereicht. Für mich hat es in Gänze nicht gereicht", so der 44-Jährige.
FCM-Coach Sander um Erklärungen bemüht
FCM-Coach Petrik Sander hatte direkt nach dem Spiel vor allem eine Erklärung: "Das ist Fußball", sagte der 65-Jährige. Auch für den erfahrenen Trainer kam dieser Auftritt völlig aus dem Nichts, die Gründe dafür versucht er trotzdem zu finden:
"Wir waren zu mutlos im Spielaufbau und zu fehlerhaft im Spielübertrag, das sah teilweise aus wie das Kaninchen vor der Schlange", so Sander. "Der ein oder andere hatte vielleicht eine andere Erwartungshaltung im Kopf und ist dann eben bitterböse gelandet."
Für ihn sei das einzig positive an diesem Nachmittag, dass sich seine Mannschaft nicht mit einem noch höheren Ergebnis verabschiedet hat. "Das war viel zu wenig von uns. Jetzt geht es darum herauszufiltern, woran das lag", so Sander.
Gleichzeitig sei ihm wichtig, "nicht alles in Grund und Boden zu reden". Trotzdem möchte der Coach für diesen Ausfall klare Worte finden, damit es gegen Osnabrück am Samstag besser wird.
Titelfoto: Julius Frick/dpa

