FC St. Pauli: Kippt die Stimmung gegenüber Martijn Kaars?

Hamburg/Magdeburg - Vor zwei Jahren ballerte er sich im Trikot des 1. FC Magdeburg noch durch die zweite Liga, im braun-weißen Trikot trifft er kein Scheunentor mehr: Martijn Kaars (27) hat beim FC St. Pauli mittlerweile einen schweren Stand. Vor allem im Umfeld des Vereins traut man dem Angreifer nicht mehr allzu viel zu.

Martijn Kaars (27) konnte beim FC St. Pauli noch nicht überzeugen. Nun geht es gegen seinen Ex-Verein 1. FC Magdeburg.  © Christian Charisius/dpa

Eigentlich stehen die Fans am Millerntor wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft und den Spielern, doch so langsam aber sicher dreht sich vor allem bei Kaars der Wind. Erstmals war dies am Sonntag beim 1:3 gegen den 1. FC Nürnberg zu beobachten, als der 27-Jährige im gegnerischen Strafraum den Rückwärtsgang einlegte und ein großes Raunen durch die Ränge ging.

"Er wollte den Ball auflegen, es gab aber keinen. Dann sieht es unglücklich aus, wenn er aus dem Strafraum herausdribbelt", erklärte Trainer Marcel Rapp (47), der mehrfach auf die Szene angesprochen worden sei.

Nicht wenige sind mittlerweile der Meinung, dass das Problem bei Kaars mittlerweile der Kopf ist. Schließlich war er mit der Empfehlung von 19 Treffern vom FCM ans Millerntor gewechselt, konnte diese Torgefahr aber bislang nur im Ansatz nachweisen. In der Vorsaison erzielte er 32 Pflichtspieleinsätzen vier Tore (drei in der Liga, eines im DFB-Pokal), in dieser Spielzeit steht er bei zwei Toren in elf Einsätzen.

FC St. Pauli FC St. Pauli steht in Magdeburg vor großer Herausforderung: "Schon speziell"

"Er ist fleißig und trainiert gut", bescheinigte ihm Rapp gute Arbeit. "Er lässt alles auf dem Feld, was er hat, das wissen wir zu schätzen." Natürlich, so der Trainer, wissen alle, dass Kaars auch an Toren gemessen wird, und genau diese fehlen bei ihm eben.

Anzeige

FC St. Pauli: Steht Martijn Kaars gegen Ex-Klub 1. FC Magdeburg in der Startelf?

Beim 1. FC Magdeburg wusste Kaars noch mit 19 Saisontoren zu überzeugen.  © Bernd Thissen/dpa

Zuletzt pendelte der Stürmer immer wieder zwischen Startelf und Auswechselbank, je nach Gegner und System passte Rapp die Aufstellung an. "Wir haben vorne viele gute Spieler und Martijn ist einer davon", erklärte der Trainer. "Wir sind froh, dass wir ihn haben, in letzter Zeit musste er sich mit der Jokerrolle begnügen."

Ein wenig hat der 47-Jährige die Hoffnung, dass Kaars in seiner alten Heimat, wo er weiß, wie man Tore schießt, seine Ladehemmung beseitigen kann. "Wir werden schauen, wie das in seiner alten Heimat ist. Er hat dort große Verdienste und gute Leistungen gezeigt, von daher wird er dort im Stadion ein gutes Gefühl haben."

Gleichbedeutung mit einem Startelfeinsatz sei dies aber nicht. "Am Ende geht es aber darum, wie einer trainiert, weil ich sonst zu einem anderen Spieler sagen müsste, dass er nicht spielt, weil der Martijn spielen würde", so Rapp.

FC St. Pauli St.-Pauli-Blog: Dieser Schiri sorgte bei den Kiezkickern schon für großen Ärger

An seiner alten Wirkungsstätte ist man von den Qualitäten noch immer überzeugt. "Die Qualitäten von Martijn hier waren unbestritten. Die waren zu der Zeit überragend", erklärte FCM-Coach Petrik Sander (65). "Manchmal ist es bei Vereinswechseln so, zumal er in die 1. Liga gewechselt ist, dass es aufgrund der höheren Anforderungen nicht passt. Da muss man als Spieler erst einmal mit klarkommen. Ich bin trotzdem überzeugt davon, dass er sehr motiviert sein wird, sollte hier auflaufen." Und diese Frage kann am Sonntag nur sein Gegenüber Rapp beantworten.

Mehr zum Thema FC St. Pauli: