Hamburg/Hannover - Freudiges Wiedersehen! Für Marcel Hartel (30) und Franz Roggow (24) wird das Zweitliga-Topspiel besonders. Beide Profis von Hannover 96 liefen früher einmal für den FC St. Pauli auf. Ihre aktuellen Rollen könnten allerdings kaum unterschiedlicher sein.
Nach zwei Jahren in der nordamerikanischen MLS entschloss sich Hartel in diesem Sommer zu einem Wechsel zurück nach Deutschland und schloss sich dort Hannover 96 an. Bei den Roten ist der 30-Jährige als Führungsspieler eingeplant.
Bislang kam der Offensivakteur in allen sechs Partien von Beginn an zum Einsatz und spielte, bis auf eine Ausnahme, auch durch. Dabei gelangen ihm zwei Tore. Ein weiteres könnte am Samstag folgen. "Ich glaube übrigens, dass ich gegen jeden meiner Ex-Vereine getroffen habe", sprach er eine leise Drohung aus. "Dann jubele ich nicht, aber freue mich. Das hat für mich mit Respekt gegenüber dem Verein und den Fans zu tun."
Zumal Hartel auch zwei Jahre nach seinem Abschied noch immer Kontakt zu einigen Spielern hat.
Für seinen neuen Trainer Sandro Wagner (38) ist der 30-Jährige immens wichtig. Ratschläge über den Kiezklub holte er sich aber nicht ein. "Marcel war zwei Jahre weg, es hat sich viel verändert", sagte der 96-Coach. "Sie haben einen neuen Trainer, den er auch nicht hatte." Generell tausche er sich mit "Eckspielern" aber immer wieder aus.
Ex-St.-Pauli-Talent Franz Roggow wartet noch auf den großen Durchbruch
Ein wichtiger Spieler will irgendwann auch einmal Roggow sein. Der Weg dorthin ist aber steinig, wie er in seiner bisherigen Karriere merkte.
Nachdem es bei St. Pauli nicht weitergehen konnte, schloss er sich im Sommer 2023 der U23 von Borussia Dortmund an und überzeugte dort in der 3. Liga. Zwei Jahre später folgte der Wechsel nach Hannover.
Dort wartet der 24-Jährige immer noch auf seinen Durchbruch. In der ersten Saison kam Roggow lediglich auf sieben Zweitliga-Einsätze, in der aktuellen immerhin schon auf fünf. Dennoch bleibt es fraglich, ob er auch am Samstag ran darf, denn bei der 0:3-Pleite in Magdeburg verschuldete er ein Gegentor und musste zur Pause runter.
"Taktische Gründe", nannte Wagner den Wechsel und machte seinem Profi Mut. "Ich mag Spieler, die risikobehaftet Fußball spielen." Entsprechend sei es auch ein "blödes Signal", wegen eines Fehlers direkt zu reagieren. Und vielleicht kann er ja tatsächlich am Samstagabend zeigen, dass er es besser kann.