FSV Zwickau wollte sich am Wettrüsten nicht beteiligen, der Tabellenplatz ist die Konsequenz
Zwickau - Vergangene Saison glich die GGZ-Arena einer Insel der Glückseligen. Der FSV Zwickau blieb als einziger Regionalligist zu Hause ungeschlagen. Gänzlich anders gestaltet sich die Lage jetzt mit schon drei Niederlagen aus den ersten fünf Heimspielen.
Jüngst gab es das 1:3 gegen den Halleschen FC, wo die Schwäne nicht etwa die schlechtere Mannschaft waren, sondern die Gäste vor dem Tor einfach abgezockter agierten. "Das ist auch Qualität, weshalb Halle und noch einige andere Mannschaften vor uns stehen", meint Sportdirektor Robin Lenk (42).
Qualitätsspieler kosten Geld, das mehrere Vereine in die Hand nahmen, um sich aus einem höheren Regal zu bedienen und sich für den direkten Aufstieg, den es dieses Spieljahr turnusmäßig in der Regionalliga Nordost gibt, zu rüsten.
Der Chemnitzer FC verpflichtete Andreas Geipl (34), Ron Berlinski (32) oder Jan Löhmannsröben (35), Altglienicke John Anthony Brooks (33) oder Lennart Czyborra (27), Aue Linus Queißer (22, kostete rund 50.000 Euro Ablöse) oder Tim Maciejewski (25) und Halle die Torgranate Soufian Benyamina (36).
"Wir werden uns nicht am Wettrüsten beteiligen. Sportlichen Erfolg gibt es bei uns nicht um jeden Preis! Alles muss im Rahmen unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bleiben", hatte der kaufmännische Geschäftsführer André Beuchold vor dem Auftakt klargestellt.
Der Etat für die erste Mannschaft wurde entsprechend nur moderat um etwa 200.000 Euro auf rund 1,5 Millionen Euro erhöht. Gleichzeitig war der FSV noch mit etwa 730.000 Euro verschuldet.
FSV Zwickau will unter den Top fünf dabei sein
Der MDR hatte Mitte August Halle, Aue und Altglienicke bei den Profi-Etats als Ligakrösus ausgemacht, mit jeweils bis zu etwa drei Millionen Euro - ohne sich offizieller Zahlen zu bedienen.
Beim FC Erzgebirge kommen diese Zahlen nach TAG24-Infos in etwa hin. Allerdings wurden vom Schacht im März für den Etat des Gesamtvereins auch zehn Millionen Euro angepeilt.
Trotz der finanziellen Möglichkeiten der Konkurrenz hatte Lenk seinerzeit betont: "Wir wollen den Weg der letzten Jahre weitergehen. Nachdem wir in den vergangenen beiden Saisons unter den Top vier gewesen sind, wollen wir nun unter den ersten fünf dabei sein - dort, wo die Musik gemacht wird."
Aktuell läuft Zwickau als Zehnter dem Konzert hinterher. Zehn Punkte beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Erfurt, der auf die Erzrivalen CFC und Aue neun beziehungsweise sieben. Verwunderlich ist das bei den Vorzeichen nicht.
Titelfoto: Härtelpress

