65.000 gegen Reese! Hertha zittert sich zum Sieg, Sanitäter bricht zusammen
Berlin - Ein ganzes Stadion gegen Reese! Hertha BSC gewinnt das Top-Spiel gegen den VfL Wolfsburg mit 2:1 (2:0). Ausgerechnet Ex-Kapitän Fabian Reese hatte seine Füße im Spiel. Der Ex-Kapitän hatte erst Pech und leitete mit seinem Ballverlust dann das Gegentor ein.
Reese trotzte den lautstarken Pfiffen, die ihm bei jedem Ballkontakt begleiteten und hätte das mit 70.928 gut gefüllte Olympiastadion beinahe früh zum Schweigen gebracht. Nach gerade mal zwei Minuten hatte der ehemalige Fanliebling die Führung auf dem Fuß. Der Ball klatschte aber nur an die Latte.
Auf der anderen Seite meldete sich auch Hertha im Spiel an. Mads Pedersens Versuch ging nur ans Außennetz.
Das Spitzenspiel hielt, was es auch abseits von Reese versprach. Es war ein Duell auf Augenhöhe - mit zunächst leichten Vorteilen für Wolfsburg.
Dann aber übernahm Hertha mehr und mehr das Zepter. Prompt wurde es plötzlich knifflig. Sebastian Grönning war nach Traumpass allein auf dem Weg zum Tor, wurde aber regelwidrig zu Fall gebracht. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck zeigte auf den Punkt und beließ es bei Gelb für Cleiton.
Der VAR aber meldete sich, da das Foul knapp außerhalb des Strafraums war. Die Folge: Freistoß statt Elfmeter, sowie Rot statt Gelb - wegen Notbremse. Hertha war nun fast über 70 Minuten lang in Überzahl.
Hertha erhöht vor der Pause: Kento Shiogai verkürzt
Die Berliner machten nun das Spiel und suchten gegen tiefstehende Wölfe geduldig die Lücke. Die fand Josip Brekalo. Der Kroate setzte sich gegen Reese durch. Seine Flanke wurde zwar noch abgewehrt - doch direkt vor die Füße von Oluwaseun Adewumi. Der Österreicher zog sofort ab - die verdiente Führung.
Ein bislang bitter Abend für den Rückkehrer Reese, der noch bitterer wurde. Deyovaisio Zeefuik eroberte robust gegen Reese den Ball, Grönning schaltete sofort und schickte Zeefuik. Herthas Vorzeigekämpfer ließ sich die Chance nicht nehmen.
Hertha Vorzeikämpfer erhielt entgegen der Ankündigung den Vorzug vor Julian Eitschberger. Leitl hatte das richtige Bauchgefühl: Reese abgekocht und Tor gemacht.
Die Wölfe aber gaben sich zu zehnt noch nicht geschlagen. Gerade erst zur Pause gekommen, verkürzte Kento Shiogai. Die Gäste machten es wieder spannend.
Plötzlich wurde es aber still im Olympiastadion. Direkt neben der Wolfsburger Bank bauten die Sanitäter ein Sichtschutzfeld auf. Das Spiel ruhte für mehrere Minuten. Offenbar war einer von den Rettungskräften zusammengebrochen. Unter Applaus wurde er mit einer Trage in die Katakomben gebracht.
Dann wurde wieder Fußball gespielt. Es blieb eine zittrige Angelegenheit für die Hausherren. Tief in der Nachspielzeit forderte der Absteiger noch einen Elfmeter. Dem Unparteiischen reichte der Kontakt aber nicht aus, obwohl Shiogai getroffen wurde. Glück für die Berliner, die sich über die zehn Minuten lange Nachspielzeit zum nächsten Sieg zitterten!
Titelfoto: Andreas Gora/dpa

