Erst unglücklich, dann der Held: Hertha-Retter Gersbeck sammelt weiter Argumente

Saarbrücken - So schnell kann es gehen. Beim späten Nackenschlag sah Marius Gersbeck (31) noch unglücklich aus, am Ende aber wusste die ganze Mannschaft bei wem sie sich bedanken können. Gleich zwei Elfmeter konnte Gersbeck beim Elfmeterschießen entschärfen, sicherte Hertha BSC so das Weiterkommen in Saarbrücken (5:3).

Elfmeter-Killer Marius Gersbeck (31) feiert erst mit sich selber.  © Fabian Kleer/dpa

"Ich bin sehr erleichtert, bei einem Pokalspiel geht es darum, weiterzukommen. Das haben wir verdient geschafft – auch, wenn es ein langer Weg war", so der Ernst-Nachfolger. "Wir haben vorher besprochen, wo die Elfmeterschützen von Saarbrücken hinschießen könnten, das hat zum Glück gut funktioniert."

Schon beim zweiten Schützen hatte er die richtige Ecke, zog noch gegen Florian Pick (30) den Fuß hoch. Auch den entscheidenden Elfer von Stürmer Kai Brünker (32) kratzte der 31-Jährige aus dem Eck.

Dabei hätte es den Pokal-Krimi gar nicht gebraucht, was vor allem an Herthas Chancen-Wucher lag. Irre, was der Hauptstadtklub alles liegenließ. Das sollte sich rächen, woran auch Gersbeck seinen Anteil hatte. Zumindest mag das der ein oder andere so gesehen haben.

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Es lief bereits die 92. Minute als Philip Fahrner (23) den Ball erst mit der Brust annahm und dann vorm Strafraum per Dropkick abzog. Obwohl relativ zentral geschossen, haute er die Kugel ins Netz zur Verlängerung. Da sah Gersbeck zumindest etwas unglücklich aus.

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Später ist die ganze Mannschaft da und herzt ihren Keeper.  © Fabian Kleer/dpa

Braucht Hertha BSC überhaupt eine neue Nummer eins?

Für die Hertha-Stars war es ein hartes Stück Arbeit, am Ende aber konnten sie jubeln.  © Fabian Kleer/dpa

"Wir sind in der Restverteidigung da, führen den Zweikampf aber nicht so, wie man ihn führen muss. Er hat viel Personal vor sich und konnte den Ball erst ganz spät sehen. Dann ist letztendlich der zweite Schuss von Saarbrücken drin", wollte Stefan Leitl (48) seinem Schlussmann keinen Vorwurf machen.

Während der Vorbereitung legte sich der Übungsleiter nach dem Abgang von Tjark Ernst (23) mit Gersbeck als neue Nummer eins fest. "Wir wussten immer, was wir an Marius haben", lobte Leitl. Schon als Ernst-Vertreter zeigte der Ex-KSC-Keeper, dass auf ihn Verlass ist, wenn er gebraucht wird. Jetzt auch als Nummer eins im Elfmeterschießen. "Es freut mich persönlich sehr für ihn. Er ist ja leidenschaftlicher Herthaner."

Früher stand Gersbeck noch in der Kurve, nun rückt er seinem Traum dauerhaft die Nummer eins bei seinem Herzensverein zu sein ein Stück weit näher. Steht ein neuer Stürmer und Linksverteidiger weiter ganz oben auf dem Einkaufszettel, könnte ein neuer Keeper dank solcher Leistungen womöglich ganz von der Liste gestrichen werden.

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Gut möglich, dass Gersbeck auch in der zweiten Runde dann als Stammkeeper zwischen den Pfosten steht. Dann aber sollte es Hertha nicht so spannend machen. Reihenweise versiebten die Berliner teilweise beste Gelegenheiten. "Wenn man das Spiel sieht, war es ein verdienter Sieg von uns", so Leitl. "Wir hatten ein XG-Wert (Expected Goals) von drei. Das spricht für sich. Du musst dieses Spiel einfach früher entscheiden."

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