Herthas Erfolgsrezept: Flucht nach vorne

Berlin - Hertha BSC mischt die Liga auf. Seit dem 2:1 über Magdeburg thront die Alte Dame an der Spitze. Eines ihrer Erfolgsrezepte: volle Offensive.

Kapitän Josip Brekalo (28, r.) hat diese Saison schon vier Tore erzielt.  © Friso Gentsch/dpa

Nach den XL-Star-Abgängen von Fabian Reese (28), Michaël Cuisance, Tjark Ernst (23) und Co. setzt Hertha auf die Flucht nach vorne. Das zahlt sich bislang voll aus: Die Berliner haben mit 17 Toren die meisten Tore der Liga erzielt - vor Nürnberg (16) und Wolfsburgs Star-Ensemble (15).

Stefan Leitl (49) hat der neuen Hertha eine neue Handschrift verpasst. Statt zu agieren und auf Umschaltmomente zu lauern, attackiert der Hauptstadt jetzt viel höher.

Die Wege zum Tor sind dadurch kürzer, doch die Leitl-Elf beherrscht nicht nur Pressing, sondern auch Ballbesitz. Sowohl in Braunschweig (5:3), als auch in Dresden (2:1) legte Hertha speziell in der zweiten Hälfte einen dominanten Auftritt hin.

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"Wir spielen intensiv, treten dazu auch fußballerisch gut auf. Wir sind mutig, wir sind dominant", lobte Leitl bereits vor einigen Wochen die positive Entwicklung.

Auffällig: Auch Rückschläge wie zuletzt in Dresden oder in Braunschweig, als Hertha noch einen Zwei-Tore-Rückstand egalisierte, werfen die Berliner nicht um: "Die Mannschaft bleibt trotzdem bei sich, spielt weiter und bleibt bei unserem Plan. Jeder Sieg gibt Vertrauen", so Leitl. "Wir haben eine tolle Mentalität."

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Vergangene Saison maximal Ergänzungsspieler, jetzt Stammspieler: Doppelpacker Jon Dagur Thorsteinsson (27).  © Robert Michael/dpa

Hertha gibt meiste Torschüsse der Liga ab

Wurden in der Vergangenheit Führungen oft doch noch zur Zitterpartie, weil die Berliner zu passiv wurden oder nur noch das Ergebnis über die Ziellinie bringen wollten, geht Hertha, so lange das Spiel noch läuft, aufs zweite, dritte oder vierte Tor. Chancen sind zumindest genug da. Kein Team hat häufiger auf Tor geschossen als der Hauptstadtklub (113 Torschüsse).

Die mutige Spielweise birgt aber auch ein gewisses Risiko. Die Konterabsicherung ist daher besonders wichtig. Schon im Trainingslager war sich Leitl bewusst, dass es durch den neuen Spielstil hinten auch mal scheppern kann. Bislang aber haben sich die Blau-Weißen davon nicht aus dem Konzept bringen lassen. So kann es bleiben!

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