Berlin - Ohne den Doppelpack von Jon Dagur Thorsteinsson (27) dürfte nicht nur Neuzugang Gustaf Nilsson (29) seiner XXL-Chance besonders nachtrauern. Der Schwede lieferte beim 2:1 in Dresden eine Szene für den Jahresrückblick.
Oluwaseun Adewumi (21) setzte sich in der 53. Minute klasse an der Außenbahn durch, kam bis zur Grundlinie und hatte den Blick für den freien Mitspieler: Nilsson musste nur noch einschieben, geriet aber etwas in Rücklage und brachte das Kunststück fertig, den Ball aus etwa drei Metern Entfernung über das Tor statt ins leere Tor zu schießen - ähnlich wie Karim Adeyemi (24) am Donnerstag gegen Holland (1:1). Nur war Nilsson noch näher am Tor als der Ex-BVB-Star.
Schon in Osnabrück hatte Herthas Wunschstürmer einen Treffer auf dem Fuß, scheiterte aber an Jonas Krumrey (22).
Der 1,97-Meter-Hühne muss nach seinem unglücklichen Auftritt in Dresden weiterhin auf sein erstes Erfolgserlebnis warten. Umwerfen wird das die Sturm-Leihgabe aber nicht.
"Er hat uns sehr in der zweiten Hälfte sehr, sehr viel gegeben, war für die Mannschaft da", lobte Stefan Leitl (49). "Klar, Stürmer werden immer an Toren bemessen. Das ist ihm nicht gelungen, aber er kommt in die Situationen. Man hat schon gesehen, wo wir mit ihm hinkommen können."
Das Abschlussglück war jedenfalls nicht auf seiner Seite. Erst scheiterte Nilsson an Dynamo-Keeper Tim Schreiber (24), dann setzte der Goalgetter in der Nachspielzeit einen Kopfball knapp über den Kasten.
Hertha-Stürmer Gustaf Nilsson fehlt weiterhin verletzt
Hertha BSC hat sich lange um den groß gewachsenen Angreifer bemüht und sich eine Kaufoption gesichert. Klar ist: Er soll in Zukunft die Sturmspitze besetzen. Doch der Stammplatz könnte noch dauern. Die Länderspielreise musste der 29-Jährige bereits absagen. Der Sturm-Riese fehlt Hertha und Schweden wegen einer Oberschenkelverletzung.
Auch das Testspiel gegen Hertha Zehlendorf kommenden Dienstag wird ohne ihn stattfinden. Laut B.Z. wird Nilsson die komplette Trainingswoche verpassen. Ob er rechtzeitig bis zum Heimspiel gegen Fürth am 11. Oktober wieder fit wird, ist daher fraglich.