Hamburg - Was ein Befreiungsschlag! In der 88. Minute belohnte Miro Muheim einen kämpferischen HSV und bescherte den Rothosen mit seinem Treffer den 1:0-Sieg (0:0) gegen den VfB Stuttgart. Dabei roch es zu Anfang der Partie noch nach einer Klatsche.
Noch vor Anpfiff der Partie setzten die Hamburger ein Zeichen in Richtung ihres Kapitäns Nicolai Remberg. Alle Spieler wärmten sich in Jerseys mit der Rückennummer des Verletzten auf.
Und diese Aktion sollte Glück bringen. Die Hamburger sicherten kurz vor Abpfiff den Last-Minute-Sieg.
Dabei gehörte die erste Chance den Gästen aus Stuttgart. Ein Versuch von Stiller aus dem Rückraum verfehlte nur knapp den Kasten von Heuer Fernandes.
Wie zu erwarten, präsentierte sich der VfB außerdem als dominantere Mannschaft in diesem Samstagsduell. Die Schwaben verbuchten in den ersten 15 Minuten vier Torschüsse, die dem HSV nur knapp nicht den Rückstand bescherten.
Während die Rothosen sich kaum aus dem tiefen Block lösten, gestalteten die Stuttgarter das Spiel fast im Alleingang. Aus dem Nichts dann die Riesen-Gelegenheit für die Hamburger. Nach einer Ecke von Miro Muheim kam Sebastiaan Bornauw zum Kopfball. Viera fälschte den Versuch mit dem Knie Richtung Tor ab.
Selbst der Stadion-DJ glaubte, die Kugel im Netz zu sehen, und drückte "Play" - die Torhymne ertönte allerdings nur eine Millisekunde, denn VfB-Keeper Dennis Seimen fischte den Ball noch irgendwie raus und verhinderte damit den Rückstand der Schwaben.
Damit leitete die Polzin-Elf eine kurze, aber deutlich mutigere Phase ein. Trotzdem endeten die ersten 45 Minuten ohne Tore. Auch das Team von Sebastian Hoeneß konnte sich für seine starken Offensiv-Aktionen nicht belohnen.
Miro Muheim bringt Volkspark zum Beben
Ohne Wechsel kamen beide Teams aus der Kabine. Nach der Pause gehörte der erste Torschuss dem Hamburger SV. Mit einem Freistoß versuchte Fabio Vieira sein Glück, verfehlte den Kasten allerdings.
Danach ging es Schlag auf Schlag. Erst verfehlte Ermedin Demirovic mit einem Kopfball nur knapp das Hamburger Tor, im Anschluss wurden die Rothosen gleich doppelt gefährlich (53.). Yussuf Poulsen sorgte für die Mega-Chance für die Hausherren!
Aus rund 14 Metern zog der Däne ab. Das Rund hämmerte an die Latte. Der Ball fiel im hohen Bogen runter, sprang dabei fast ins Tor. Doch VfB-Keeper Seimen war "last minute" zur Stelle und lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen über den Querbalken.
Aus einer zunächst extrem einseitigen Partie entwickelte sich in Hälfte zwei ein umkämpftes Duell, bei dem die Hamburger immer wieder gefährlich wurden. Die Schlussviertelstunde gehörte dann allerdings wieder dem VfB, der sich mehr und mehr in der Hamburger Hälfte festsetzte.
Das sollte allerdings nichts heißen, denn plötzlich wurde es laut im Volksparkstadion und die Hamburger-Hymne durfte ertönen. In der 88. Spielminute traf wieder Muheim zum 1:0 für die Gastgeber. Damit sicherten sich die Rothosen den zweiten Heimsieg der Saison und rutschen auf Platz neun der Tabelle.
Statistik zum Bundesligaspiel zwischen dem HSV und dem VfB Stuttgart
Hamburger SV - VfB Stuttgart 1:0 (0:0)
Die Aufstellungen:
HSV: Heuer Fernandes - Capaldo, Bornauw, Omari - Wolfe, Nadir (83. Amoako), Muheim, Lemke (77. El Ouahdi), Fabio Vieira (77. Moffi), Adeline (77. Gronbaeck) - Poulsen (60. Stange)
VfB: Seimen - Vagnoman, Jeltsch, Chabot, Hendriks - Karazor (67. Prömel), Stiller, Leweling (76. Sauer), Undav, El Khannouss (67. Führich) - Demirovic (76. Pejcinovic)
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Muheim (88.)
Gelbe Karten: Omari (1), Capaldo (2), Stange (1)