Hamburg - Ausgerechnet nach der langen Länderspielpause wartet mit der TSG Hoffenheim direkt ein starker Gegner auf den Hamburger SV. In der vergangenen Saison biss man sich an der TSG die Zähne aus, erinnert sich Cheftrainer Merlin Polzin (35).
Beim letzten Besuch in Sinsheim im Dezember 2025 hatte man sich eine ordentliche Klatsche eingefahren. Die Hamburger verloren mit 1:4 gegen die TSG und waren nahezu Chancenlos.
Das soll sich in der Partie am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) ändern, so Polzin bei der Pressekonferenz am Donnerstag.
Er sprach von einer "großen Herausforderung", die auf seine Mannschaft zukommt. "Sie haben eine Klarheit und Konsequenz mit der sie auftreten. Sie sind extrem variabel und verfügen über viel Offensivpower", analysierte der Coach.
"Unsere Aufgabe wird es sein, die Momente in denen ihr Rhythmus bricht, zu nutzen", ergänzte er. Denn: Wenn es ein "normales" Spiel wird, werde es für seinen HSV extrem schwierig etwas Zählbares zu holen, gab er offen zu.
"Wir müssen klar sein und vielleicht bisschen anders auftreten, als wir es klassischerweise vom HSV gewohnt sind", so Polzin. "Dafür ist die Aufgabe zu anspruchsvoll." Dennoch solle dabei die Grundidee, wie man mit und gegen den Ball Fußball spielen will, nicht verloren gehen.
Kann Daniel Heuer Fernandes aussichtslose Situationen drehen?
Eine wichtige Führungspersönlichkeit sei in dieser Hinsicht auch Keeper Daniel Heuer Fernandes. Seit über 2000 Tagen ist der 33-Jährige Teil des HSV.
In all den Jahren habe er sich laut Polzin "brutal" entwickelt. "Er ist jemand der hintendrin dafür sorgt, dass aussichtslose Situationen doch noch gedreht werden können - er hat Gewinnermentalität. So treibt er alle anderen an. Er ist ein ganz wichtiger Spieler innerhalb der Führungsgruppe und der Mannschaft."
Doch um zu gewinnen muss man nicht nur hinten ordentlich verteidigen und im besten Fall die null halten, sondern auch Tore schießen.
Während Polzin in der Innenverteidigung derzeit aus dem Vollen schöpfen kann, sieht es im Sturm schlechter aus. Zwar seien Terem Moffi (27) sowie Yussuf Poulsen (32) eine Option, im Mannschaftstrainer waren die beiden Offensiven zuletzt nicht so oft vertreten.
Polzin allerdings bleibt optimistisch: "Manchmal kommst du mit einem halbvollen Tank auch ans Ziel, wenn die Strecke nicht so weit ist. Wir müssen gute Lösungen finden, aber wir kriegen was hin. Im besten Fall etwas, das dann auch zu Toren führt."