Hamburg/Guatemala - Hässliche Szenen aus Mittelamerika! Das Nations-League-Spiel zwischen Guatemala und Suriname ist völlig eskaliert. Erst war es zu rassistischen Beleidigungen gekommen, nach Abpfiff eskalierte die Partie völlig und endete in einer wüsten Schlägerei - und mittendrin HSV-Profi Immanuel Pherai (25).
Der 25-Jährige, der bei den Profis außen vor ist und nur in der U23 zum Einsatz kommt, wird diesen Abend so schnell nicht vergessen.
Im Kampf um den Gruppensieg und den Einzug in das Viertelfinale war zunächst Pherais Mitspieler Ichonell Margaret (26) mit Rot vom Platz geflogen. Nachdem er rassistisch beleidigt worden war, hatte er die Beherrschung verloren und war mit den gegnerischen Fans aneinandergeraten.
Schiedsrichter Joe Dickerson (38) zögerte nicht lange und zeigte mit überkreuzten Armen das offizielle Signal der FIFA gegen Rassismus. Die Partie wurde daraufhin unterbrochen.
Nach einer kurzen Besprechung entschied sich das Team von Suriname aber, die Partie fortzusetzen. Pherai wurde in der 94. Minute ausgewechselt und musste mit ansehen, wie Guatemala kurz darauf noch der Siegtreffer gelang.
Nach Abpfiff eskalierte die Partie zwischen Guatemala und Suriname völlig
Schluss war damit aber noch lange nicht, die Partie eskalierte nun völlig. Nach Abpfiff begann eine wüste Schlägerei, wobei der HSV-Kicker noch zu den besonnenen Personen gehörte, der versuchte zu schlichten. Letztlich stürmte eine Spezialeinheit der Polizei den Rasen und konnte die Handgreiflichkeiten stoppen.
Das Ende war aber auch damit nicht erreicht. Neben ein paar netten Wörtern, die ausgetauscht wurden, wandte sich Suriname-Torwart Etienne Vaessen (31) mit einer obszönen Geste an die gegnerischen Fans.
Bereits am Dienstag hatte Pherai einen Instagram-Eintrag des Funktionärs Brian Tevreden (44) geteilt. "Während des gesamten Spiels wurden unsere Spieler von den Tribünen mit Affenlauten beschimpft", hatte er geschrieben. "Das Spiel wurde nicht unterbrochen, und die eigenen Anti-Diskriminierungs-Protokolle der CONCACAF, die für genau solche Vorfälle entwickelt worden sind, wurden nicht angewandt."
Es war nicht der erste Vorfall bei einem Spiel von Suriname. "Wie oft müssen unsere Spieler das noch aushalten, bevor CONCACAF und FIFA handeln?", fragte er die verantwortlichen Verbände. "Unsere Spieler vertreten Suriname mit Stolz und Würde. Sie haben das Recht, Fußball zu spielen, ohne entmenschlicht zu werden."
FIFA-Präsident Gianni Infantino meldet sich nach rassistischen Vorfällen zu Wort
Mittlerweile hat sich FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) zu Wort gemeldet. "Im Fußball ist kein Platz für Rassismus oder irgendeine Form von Diskriminierung", schrieb er auf Instagram. Die rassistischen Aktionen seien "absolut inakzeptabel" und er unterstütze die Beteiligten, die Rassismus und Diskriminierung erlebt haben. Von Konsequenzen war aber nicht die Rede. Lediglich "strenge Abschreckungsmaßnahmen" wurden angekündigt.
Pherai teilte auch diesen Beitrag in einer Story und wird sein insgesamt 15. Länderspiel für das südamerikanische Land so schnell nicht vergessen.