Traumtore im Traditionsduell! HSV hält die Zügel, Fohlen traben weiter auf der Stelle
Hamburg - Gladbach-Fans inklusive Tommi Schmitt dürfte an diesem Flutlichtfreitag bedient nach Hause gehen. Der aktuell Tabellenletzte verabschiedete sich ohne Punkte aus Hamburg und trabt damit weiter auf der Stelle. Die Rothosen besiegten die Fohlen souverän mit 3:1 (1:1).
Dabei gehörte der erste Abschluss dieses Kellerduells den Gästen vom Niederrhein. Nach einem Konter der Gladbacher zielte Shuto Machino nur knapp am Kasten von Daniel Heuer Fernandes vorbei.
Danach rissen die Gastgeber das Spiel nach und nach an sich.
Nur knapp fünf Minuten später - und wie sollte es anders sein - hämmerte ausgerechnet Miro Muheim aus rund 30 Metern den Ball einfach mal aufs Tor - mit Erfolg.
Durch diesen Strahl verbuchte der Schweizer nicht nur seinen dritten Saisontreffer, sondern brachte die Rothosen auch mit 1:0 in Führung (11.). Der Treffer gab dem Team von Merlin Polzin außerdem weiter offensiven Auftrieb. Die Rothosen kombinierten sich immer wieder nach vorne und wurden im Sechzehner der Gäste gefährlich.
Doch auch die Fohlen drängten bemüht auf den Ausgleich. In der 21. Minute wurde Sebastiaan Bornauw zum Retter in letzter Sekunde! Nach einer Flanke von Lukas Ullrich köpfte Kou Itakura aus kurzer Distanz auf den Hamburger Kasten. Zum Glück der Polzin-Elf hielt der Belgier auf der Linie den Fuß rein.
Gladbach griff kurz vor der Pause zu allen Mitteln. Heuer Fernandes war weit aus dem Tor herausgekommen und Florian Neuhaus probierte sein Glück von der Mittellinie. Der HSV-Keeper schaltete allerdings rechtzeitig und bremste die Kugel (36.).
Die Gier der Fohlen sollte sich dennoch belohnen. Nach einem Fehlpass des Hamburger Torschützen traf die Elf von Alexander Blessin kurz vor dem Pausenpfiff zum 1:1-Ausgleich durch Joe Scally (44.).
Albert Grönbaeck mit zweitem Traumtor des Abends
Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit glühte der Gästeblock zunächst voller Euphorie. Schnell sollte die allerdings im Keim erstickt werden.
Nach nur vier Minuten zog Sven Jablonski die Rote Karte gegen Itakaru. Gladbachs Innenverteidiger hatte bereits in Halbzeit eins den gelben Karton gesehen. Nach seinem Foul an David Möller Wolfe endet die Traditionspartie für den Japaner.
Die Unterzahl nutzten die Gastgeber eiskalt aus. In der 59. Minute erhöhten die Rothosen durch Shafig Nandja zum 2:1. Für das HSV-Eigengewächs war es der erste Bundesliga-Treffer. Wie Stadionsprecher Christian "Stübi" Stübinger nach dem Tor passend durch das Volksparkstadion brülle: "Vom NLZ auf die Torschützenliste!"
Wenig später war die Stimme des Radio-Hamburg-Moderators erneut gefragt. In der 70. Minute schoss Albert Grönbaeck das zweite Traumtor des Abends. Aus etwa 30 Meter knallte der Däne das Leder ins rechte Eck. Das Volksparstadion explodierte.
Das sollte letztlich auch die Entscheidung sein. Mit dem 3:1-Sieg sichert sich der Hamburger SV erneut das Mittelfeld, die Fohlen müssen derweil weiter auf ihren Befreiungsschlag im Tabellenkeller warten. Mit vier Punkten bleiben sie das Schlusslicht der Bundesliga.
Statistik zum Bundesligaspiel zwischen dem HSV und Borussia Mönchengladbach
9. Spieltag
Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 3:1 (1:1)
Die Aufstellungen:
HSV: Heuer Fernandes - Nandja (63. Rössing-Lelesiit), Bornauw (89. Bissi Mouelle), Omari - El Ouahdi, Sambi Lokonga (80. Poulsen) , Muheim, Möller Wolfe, Adeline (63. Moffi), Grönbaek (80. Amoako) - Daka
BMG: Batz - Sander, Itakura, Chiarodia - Scally, Uno (80. Castrop), Neuhaus, Ullrich (80. Lidberg) , Hack (56. Decks), Mohya - Machino (80. Honorat)
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Muheim (11.), 1:1 Scally (44.), 2:1 Nandja (59.), 3:1 Grönbaeck
Gelbe Karten: Lokonga (2)
Gelb-Rote Karten: Itakura (1)
Titelfoto: WITTERS

