RB Leipzigs Benny Henrichs erhält Drohungen: "Ich hoffe, du und deine Familie werden vergast"

Leipzig - Am gestrigen Mittwoch verzeichnete RB Leipzig einen deutlichen Sieg im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund (2:0). Doch für den Leipziger Verteidiger Benjamin Henrichs (26) währte die Freude nicht lange.

Nichts für schwache Nerven: Nach dem Sieg über den BVB sieht sich RB Leipzigs Benny Henrichs (26) schlimmen Anfeindungen ausgesetzt.
Nichts für schwache Nerven: Nach dem Sieg über den BVB sieht sich RB Leipzigs Benny Henrichs (26) schlimmen Anfeindungen ausgesetzt.  © Jan Woitas/dpa

Direkt nach dem Einzug ins Pokal-Halbfinale teilte der deutsche Nationalspieler noch triumphierende Bilder auf seinem Instagram-Profil. So zeigte er sich unter anderem mit seinem Leipziger Kollegen Mohamed Simakan (22), beide ein breites Lächeln auf dem Gesicht mit Siegesfäusten in Richtung Kamera.

Aber nur wenig später folgte der Dämpfer: Sein Postfach wurden mit Hassnachrichten gegnerischer Fans geflutet, viele von ihnen mit absolut schockierendem und rassistischem Inhalt.

Sowohl auf TikTok als auch auf Instagram teilte er die Nachrichten. Unter anderem konnte man da Beleidigungen wie "Du dummer H****sohn", "F*** deine fette Mutter" und "Scheiß N*****" lesen.

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Doch die Verfasser schreckten auch vor eindeutigen Drohungen nicht zurück, die sie teilweise auch in Sprachnachrichten an den Fußballer schickten: "Ich werde dich suchen und finden und umbringen, du N*****bengel", hieß es da beispielsweise oder ganz erschreckend: "Ich hoffe du und deine Familie wird vergast [sic]."

In der Beschreibung seines TikTok-Videos zeigte sich der 26-Jährige verständlicherweise betroffen von den Anfeindungen: "Wir leben in einer Gesellschaft, wo jeder im Netz Hass und Rassismus verbreiten kann", schreibt er nachdenklich.

Rassismus im Profi-Fußball: Leider kein Einzelfall

Dass sich dieser Hass nicht nur auf den virtuellen Raum beschränkt, zeigt ein Vorfall, der erst vor wenigen Tagen für Schlagzeilen gesorgt hatte: Im italienischen Pokal-Duell gegen Juventus Turin musste der Mailänder Spieler Romelu Lukaku (29) rassistische Anfeindungen von der Tribüne über sich ergehen lassen. Beide Vereine hatten daraufhin mitgeteilt, geschlossen gegen Rassismus im Fußball vorgehen und die Übeltäter ausfindig machen zu wollen.

Auch RB Leipzig bekundete am Donnerstag seine Bestürzung über die Hassnachrichten an Henrichs und bekräftige: "Wir stehen zu 100 Prozent hinter dir, Benny."

Originalmeldung von 12.38 Uhr; aktualisiert um 14.35 Uhr

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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