Dresden - Der sichere Klassenerhalt, eine wahnsinnige Transferphase, eine top Vorbereitung: Bei Dynamo herrschte vor dem Saisonstart große Euphorie, die über Dresden hinausging. Fünf Wochen später herrscht Katzenjammer. Drei von möglichen zwölf Punkten, Rang 17. Wie konnte das passieren? TAG24 nennt einige Gründe.
Andere Wahrnehmung
In der Rückrunde wurde Dresden teils müde belächelt, abgeschlagenes Schlusslicht im Winter. Was soll da passieren? Dynamo wurde teils unterschätzt von den Gegnern.
Das ist jetzt anders. Die top Rückrunde, die sehr guten Transfers, die Sprüche der Experten vom Geheimfavoriten: Die SGD ist nicht mehr der Underdog des Frühjahres. Sie wird ernst genommen.
Alle bisherigen Gegner haben sich intensiv auf die Spiele vorbereitet. Nürnberg und Heidenheim spielten mannorientiert, um den schwarz-gelben Spielfluss zu unterbinden. Bochum mit einem extrem aggressiven Pressing.
Andere Ausgangslage
Die fünf Leihspieler aus dem Januar haben Dynamo auf ein neues Level gehoben. Von Anfang an hieß es: "Wir haben nichts mehr zu verlieren."
Dresden konnte ohne Druck aufdribbeln, spielte sich so in einen Flow. Vier von fünf hat Leihspielern Dynamo fest verpflichtet, viel Geld ausgegeben. Und das verpflichtet.
Jetzt stehen dieselben Spieler im grellen Rampenlicht, jetzt müssen und wollen sie die Leistungen des Frühjahres bestätigen. Das gelingt nur in Ansätzen. Die Erwartungshaltung scheint zu groß.
Zu viele Gegentore
Im Vorjahr diskutierte Dynamo über den hohen Schnitt von 2,0 Treffern pro Spiel. Jetzt sind es nach vier Spielen gar 2,5. Die Abwehrarbeit funktioniert noch nicht - damit ist nicht allein die Viererkette gemeint.
Irgendwas funktioniert nicht. Bekommt man keine Standardgegentore, sind es eigene Fehler. Die Arbeit gegen den Ball ist noch mangelhaft, ebenso die Konzentration in entscheidenden Situationen.
Umgedreht ist es übrigens genauso. Fünf Tore, davon zwei von Stürmern, sind deutlich zu wenig. Im Frühjahr hatte Dynamo nicht mehr Chancen, war aber konsequenter. Eine Frage des Kopfes!
Zu viel Risiko
Noch mal als Wiederholung: Der Pass von Tim Schreiber (24) auf Nicolai Rapp (29) vorm 0:1 gegen Bochum war nicht falsch. Hintenheraus zu spielen ist erwünscht. Die gegnerischen Trainer wissen aber (siehe Punkt 1) mittlerweile, wie Dresden spielt
VfL-Trainer Uwe Rösler (57) nannte es "decodiert". Da ist in der hinteren Reihe zu viel Risiko dabei, um die Gegenspieler zu locken, sie zu überspielen und im Mittelfeld ein Übergewicht zu haben. Der Gegner blockt das erfolgreich.
Um wieder Sicherheit ins eigene Spiel zu bekommen, ist einfacher Fußball sicher eine gute Methode.
Tabelle 2. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
Hertha BSC | 4 | 12:5 | 12 | |
| 2 |
|
1. FC Nürnberg | 4 | 13:5 | 10 | |
| 3 |
|
1. FC Heidenheim | 4 | 11:10 | 9 | |
| 4 |
|
VfL Wolfsburg | 4 | 10:6 | 8 | |
| 5 |
|
1. FC Kaiserslautern | 4 | 5:1 | 8 | |
| 6 |
|
VfL Bochum 1848 | 4 | 3:3 | 6 | |
| 7 |
|
1. FC Magdeburg | 4 | 7:8 | 6 | |
| 7 |
|
VfL Osnabrück | 4 | 7:8 | 6 | |
| 9 |
|
Karlsruher SC | 4 | 6:8 | 5 | |
| 10 |
|
Arminia Bielefeld | 4 | 7:8 | 4 | |
| 11 |
|
FC Energie Cottbus | 4 | 10:12 | 4 | |
| 12 |
|
SpVgg Greuther Fürth | 4 | 7:9 | 4 | |
| 13 |
|
Hannover 96 | 4 | 4:6 | 4 | |
| 14 |
|
Eintracht Braunschweig | 4 | 10:10 | 3 | |
| 15 |
|
FC St. Pauli | 4 | 6:7 | 3 | |
| 16 |
|
Holstein Kiel | 4 | 6:8 | 3 | |
| 17 |
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SG Dynamo Dresden | 4 | 5:10 | 3 | |
| 18 |
|
SV Darmstadt 98 | 4 | 2:7 | 1 | |
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.