Dynamo nicht effektiv genug: Hauptmann will an den "kleinen Dingen" arbeiten
Dresden - Er ist der Dynamo-Kapitän, aber kein Mann der lauten Worte. Doch wenn Niklas Hauptmann spricht, sollten die anderen zuhören. Der 30-Jährige redete nach dem 1:2 gegen die Hertha nicht um den heißen Brei herum, er sagte, was ihm nicht schmeckte. Das waren unter anderem die vielen falschen Entscheidungen vor dem Berliner Tor.
Kleinigkeiten entscheiden enge Spiele - auch wenn Berlin ein deutliches Chancenplus hatte, Dynamo hatte seine Momente, verdaddelte sie aber.
Erstes Beispiel: Vincent Vermeij (58.) war sich im Strafraum uneins - abschließen oder passen. Er passte. Im direkten Gegenzug erzielte Oluwaseun Adewumi das vermeintliche 2:1 für die Hertha. Nur ein ganz schwer zu sehendes Handspiel verhinderte den Rückstand.
Zweites Beispiel: Christoph Daferner (79.) marschierte in den Strafraum, schloss ab. So weit, so gut. Doch ein Pass auf den frei stehenden Jakob Lemmer hätte das 2:1 sein können. Im direkten Gegenzug traf Jon Thorsteinsson zum 2:1.
Zu umständlich, falsche Entscheidungen.
"Ja, das brauchen wir an der Stelle auch nicht schönreden. Das sind Fakten, die für die Saison bisher stehen. Hast du nicht die Leichtigkeit, kriegst du in den Momenten die falsche Entscheidung. Und wir hatten die Momente, es fehlt dann häufig halt der letzte Pass. Und das war dann halt auch der Unterschied. Das haben wir bei der Hertha gesehen, wie kalt die ihre Tore macht."
Dynamo Dresden kann spielerisch mithalten, ist läuferisch meist besser - aber nicht effektiv
Viel fehlt nicht, meinte Hauptmann. Mithalten kann die Mannschaft, sie war spielerisch nie unterlegen, läuferisch meist sogar besser. Aber wie kriegt man eben auch die kleinen und doch so entscheidenden Dinge noch hin?
"Ja, es sind die kleinen Dinge, die halt den großen Unterschied am Ende machen. Und ja, da sind wir einfach aktuell nicht effektiv genug. Es ist aber gar nicht so einfach, die kleinen Dinge einfach abzustellen, sondern wir haben unsere Themen. An den müssen wir in der Pause arbeiten und sie abstellen."
Drei Wochen Zeit haben die Schwarz-Gelben dafür. Dann geht es in Osnabrück beim Aufsteiger weiter. Wie immer ein wichtiges Spiel.
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Titelfoto: Lutz Hentschel
