Dynamo-Trainer Stamm schert sich nicht um Pokal-Rekord: "Bin auch mit einem 1:0 zufrieden"
Münster - Professionell runtergespielt! Dynamo Dresden ist in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen, weil die Mannen von Thomas Stamm (43) gegen den Viertligisten Westfalia Rhynern nichts anbrennen ließen. Ganz nebenbei wurde mit dem 6:0 (5:0) im Preußenstadion zu Münster auch noch ein Uralt-Rekord gebrochen.
Am 3. September 1991 hieß es gegen den Suhler SV 5:0, 12.773 Tage später gab's noch ein Tor mehr - ein Fakt, den Dynamos Coach Stamm aber nicht gerade interessiert.
"Es ist ähnlich wie letztes Jahr beim 6:0 gegen Münster. Es ist egal, ich bin auch mit einem 1:0 zufrieden. Letztendlich sind wir eine Runde weiter, das kann im DFB-Pokal manchmal schwierig sein, nicht nur in der ersten Runde", befand der Schweizer nach dem Rekordsieg, zu dem mit Jonas Sterner (8.), Niklas Hauptmann (17.), Vincent Vermeij (30.), Ben Bobzien (34.), Kaan Inanoğlu (39.) und Robert Wagner (54.) gleich sechs verschiedene Torschützen trafen.
Wie schwierig das sein kann, zeigte der nächste Gegner in der 2. Bundesliga, der 1. FC Heidenheim. Der Erstliga-Absteiger unterlag gegen den Regionalligisten SSV Jeddeloh II mit 2:5 und schied überraschend aus.
"Mir wäre lieber gewesen, sie kommen weiter, weil man kann eine andere Trainingsintensität diese Woche sowie Art und Weise, wie sie auf uns treffen, erwarten", so Stamm: "Ich war bei uns aber mit sehr vielen Sachen zufrieden, mit der Art und Weise. Auch die Null stand, was für die Defensive wichtig ist. Ich bin froh, dass alle gesund durchgekommen sind. Jetzt müssen wir gut regenerieren, Heidenheim liegt auch nicht so nahe an Dresden."
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Rhynern-Fans können zu ihrem Schützenfest
Auch der Gastgeber musste anerkennen, dass gegen diese Dresdner Mannschaft einfach nichts zu holen war. "Man hat deutlich gesehen, wenn ein Zweitligist ein Spiel so annimmt und der Trainer damit zufrieden ist, dann wird es schwer für einen Regionalligisten", befand Westfalia-Trainer Marco Stiepermann (35).
Es waren noch keine drei Minuten gespielt, da träumten die seine Fans noch vom Finale. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", sangen die rund 4700 unter den 6702 auf der Baustelle Preußen-Stadion.
Schon vor dem Spiel hielten sie in ihrem Fan-Block - leicht ironisch - ein Spruchband mit einer Bitte an den Verband nach oben: "DFB-Pokalfinale am 29.5.2027? Bitte verschieben! Da haben wir Schützenfest!"
Genau das gab's dann auch, aber so, dass die Westfalen Ende Mai nächsten Jahres getrost bei ihrer Sause das Finale vom Fernseher aus verfolgen können. Zwar machte es die SGD nicht zweistellig, allein vorm Torschussverhältnis (20:3) aber war das durchaus drin.
SGD-Keeper Tim Schreiber (24) musste nicht eingreifen. Sein Gegenüber schon häufiger - vielleicht ein kleiner Kritikpunkt, wie auch zehn von elf ungenutzten Ecken.
Titelfoto: IMAGO/Noah Wedel, IMAGO/Fotostand

