Ex-Dynamo Leistner: "Wenn du als Dresdner etwas erreichen willst, musst du den Verein verlassen"

Dresden - Von Toni Leistner (36) ist eine Geschichte überliefert: Als Jungspund bei Dynamo klopfte er an die Tür von Trainer Peter Pacult (66) und wollte wissen, warum er so wenig spiele. Der kauzige Österreicher ließ ihn eiskalt abtreten. Wenig später gingen Trainer und Spieler. Leistner scheint das nie wirklich überwunden zu haben. Zu gehen rät er nämlich jedem jungen Dynamo-Spieler.

Legt jungen Dynamos den Abgang aus Dresden nahe: Ex-Profi Toni Leistner (36).  © Imago/Matthias Koch

Nach dem Abstieg 2014 verließ der heute 36-Jährige den Verein, wechselte zu Union, beendete seine Profi-Laufbahn jetzt bei der Hertha.

Dynamo ließ ihn nie los. Immer wieder gab es Gerüchte um seine Rückkehr. Unter Alexander Schmidt (57) wäre es 2021 fast so weit gewesen, damals wollte Sportchef Ralf Becker (56) nicht. Auch danach ploppte sein Name immer wieder auf.

Als Dynamo vor einem knappen Jahr 0:2 bei der Hertha verlor, Leistner tadellos spielte, ließ er sich danach zu einem Satz hinreißen: "Viele Grüße an die Trainer, die mich bei Dynamo nicht wollten."

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Es ist eine Art Hassliebe mit seiner Heimatstadt. Die zeigte er jetzt auch im Podcast "kevinfromtheblock", als er zu seiner Dynamo-Zeit befragt wurde. "Wenn du als Dresdner etwas erreichen willst, musst du den Verein verlassen."

Leistner verwies auch darauf, dass die Talente Jonas Oehmichen (22) und Tony Menzel (21) keine Chance mehr hatten.

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Toni Leistner sieht bei Dynamo Dresden ein Problem mit jungen Spielern

Die beiden SGD-Eigengewächse Tony Menzel (21, l.) und Jonas Oehmichen (22) suchten ihr sportliches Glück woanders.  © Lutz Hentschel

"Das war ein goldener Jahrgang, den Dresden hatte, der 04er. Von denen spielt gar keiner mehr. Alle verbrannt. Jedem jungen Spieler in Dresden kann ich nur raten: Hau so schnell ab, wie du kannst. Nicht wegen des Vereins, dass mich keiner falsch versteht. Aber die Philosophie in den letzten zehn Jahren war nicht darauf ausgelegt, mit jungen Spielern etwas zu erreichen."

Sätze, die bei Dynamo keiner gut aufgenommen haben dürfte, auch wenn sich niemand dazu äußern wollte. Aber stimmt es, was er sagt? Zum Teil. Er, Marcel Franke (33), Phil Harres (24) und andere wurden wirklich links liegengelassen.

Oehmichen und Menzel mussten nicht weg, beide wollten. Zudem schien bei ihnen leistungsmäßig die Zeit für die 2. Liga noch nicht reif.

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Das Beispiel Friedrich Müller (20) zeigt auch, wenn Können und Mentalität passen, ist es durchaus möglich, sich als Eigengewächs zu etablieren.

Nach dem Abstieg 2014 war Leistners Dynamo-Kapitel vorbei. (Archivfoto)  © Lutz Hentschel

"Friede" spielte im November 2025 erstmals bei den Profis, verpasste seither nur neun Spiele. Das schafften vor ihm beispielsweise auch Benny Kirsten (39), Niklas Hauptmann (30), Marvin Stefaniak (31) oder auch Markus Schubert (28).

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Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 Hertha BSC 7 19:8 21
2 1. FC Nürnberg 7 20:10 17
3 1. FC Heidenheim 7 14:12 14
4 1. FC Magdeburg 7 14:9 13
5 VfL Wolfsburg 7 19:12 12
6 1. FC Kaiserslautern 7 6:4 12
7 FC St. Pauli 7 10:8 10
8 FC Energie Cottbus 7 15:16 8
9 Arminia Bielefeld 7 11:12 8
10 VfL Osnabrück 7 10:13 8
11 Eintracht Braunschweig 7 13:13 7
12 VfL Bochum 1848 7 5:7 7
13 Hannover 96 7 7:12 7
14 SV Darmstadt 98 7 8:14 7
15 SpVgg Greuther Fürth 7 10:13 6
16 SG Dynamo Dresden 7 9:15 5
17 Karlsruher SC 7 6:14 5
18 Holstein Kiel 7 7:11 4

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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