Gehirnerschütterung! Dynamo bangt um Abwehrchef Keller
Dresden - Jeans, Jacke, Basecap - so lief Dynamos Thomas Keller (27) am Freitag zwischen Tim Schreiber (24) und Daniel Mesenhöler (31) in Teplice ins Stadion. Er fehlte - wie schon beim 1:2 gegen die Hertha. Erkrankt hieß es damals. Jetzt hat die Erkrankung auch einen Namen: Gehirnerschütterung. Und da kann die Heilung dauern.
Der Kopf von Kevin Ehlers (25) und die Fäuste von Keeper Ron Thorben Hoffmann (27) sind schuld an der Verletzung. Passiert ist sie, als "Kelle" in Braunschweig das 2:2 köpfte und mit beiden Eintracht-Profis schmerzhaft Bekanntschaft schloss. Nach dem Spiel gab Dynamos Abwehrchef noch völlig klar seine Interviews. Aber mit nachlassendem Adrenalin kamen die Schmerzen und die Probleme, die eine Gehirnerschütterung mit sich bringt.
Hat SGD-Trainer Thomas Stamm (43) Sorge, dass es für Keller auch in Osnabrück nicht reicht? "Ich bin grundsätzlich in Sorge, was die Gesundheit meiner Spieler betrifft. Osnabrück ist mir völlig egal. Das sollte allen anderen auch völlig egal sein. Es geht um die Gesundheit."
Und gerade wenn es Kopfverletzungen betrifft, sollte man nicht auf Eile, sondern auf völlige Genesung setzen.
Was das für Folgen haben kann, zeigt das Beispiel von Julian Pauli (21). Der zog sich im Kölner Trikot eine Gehirnerschütterung zu, fiel Monate aus. In der Rückrunde im Frühjahr erwischte es ihn im Dynamo-Trikot noch einmal.
SGD-Coach Stamm mit klarer Priorität: Gesundheit geht vor
Dresden geht auf Nummer sicher. "Wenn 'Kelle' durch die Kopfverletzung nicht in der Lage ist zu spielen, dann macht es keinen Sinn. Wir geben dem Jungen genügend Zeit. Dann wird der Zeitpunkt kommen, wo er sagt, hey, es geht wieder. Wir stimmen das zusätzlich mit der medizinischen Abteilung ab, ob es Sinn macht", sagt der Schweizer völlig richtig.
Für Stamm steht im Vordergrund, dass Keller wieder richtig gesund wird. Alles andere ist nebensächlich - wie zum Beispiel das nächste Spiel beim VfL.
"Es ist für mich gar keine Überlegung, ob er gegen Osnabrück dabei ist oder nicht. Es ist alles möglich. Kann sein, dass dieser Prozess sehr schnell geht, aber das weiß man bei Kopfverletzungen nie. Wichtig ist, dass er gesund wird, alles andere ist egal."
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Titelfoto: imago/eibner
