Gelbsucht, Ampelkarte, übermotiviert - Dynamos Keller nicht im Flow

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Heidenheim - So hatte sich Thomas Keller (27) seine Rückkehr nach Heidenheim ganz sicher nicht vorgestellt. Bei der 3:5-Niederlage fehlte der Abwehrchef von Dynamo Dresden seinem Team nach einer Gelb-Roten Karte in der wilden Schlussphase an allen Ecken und Enden.

Schiri Felix Bickel (30, 2.v.r.) zeigte Thomas Keller (27, l.) die Ampelkarte. Die war berechtigt.
Schiri Felix Bickel (30, 2.v.r.) zeigte Thomas Keller (27, l.) die Ampelkarte. Die war berechtigt.  © imago/Nordphoto

Die vier Gegentore nach seinem Platzverweis aber nun nur dem Fehlen des erfahrenen Innenverteidigers anzulasten, wäre zu einfach. Denn Keller hat in dieser Saison noch nicht den Drive gefunden wie in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit.

Vier Jahre hatte Keller auf der Ostalb gespielt, war mit Heidenheim in die Bundesliga aufgestiegen, hatte den Klassenverbleib geschafft, war im Europapokal mit der Truppe von Trainer Frank Schmidt (52) unterwegs und hatte da sogar ein Tor erzielt. Dann kam im Januar die Leihe nach Dresden und damit verbunden ein Mega-Leistungssprung.

Was folgte, war das maximale Bemühen der Sachsen, den 27-Jährigen fest zu verpflichten. Als das für eine Millionen-Ablöse gelang, waren alle glücklich - Keller selbst, Dynamo und die Fans.

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Das Halbjahreshoch aber hat der Innenverteidiger noch nicht ganz in die neue Saison hinübergerettet.

Thomas Keller war viel unterwegs, zeigte sich (über)motiviert - wie hier gegen Budu Zivzivadze (32, r.).
Thomas Keller war viel unterwegs, zeigte sich (über)motiviert - wie hier gegen Budu Zivzivadze (32, r.).  © imago/Beautiful Sports
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Gebrauchter Tag für SGD-Innenverteidiger Keller

Thomas Keller (am Boden) lief sich die Hacken wund, hatte vor seiner Ampelkarte ungewohnt früh Krämpfe. Hier half ihm Budu Zivzivadze.
Thomas Keller (am Boden) lief sich die Hacken wund, hatte vor seiner Ampelkarte ungewohnt früh Krämpfe. Hier half ihm Budu Zivzivadze.  © imago/Michael Weber

Keller wirkt in seinem Auftreten, vor allem aber in der Organisation der Abwehr und seiner Nebenleute nicht so souverän. Viel mehr muss er öfter zum Foulspiel greifen, um Lücken zu schließen. In jedem der drei Meisterschaftsspiele holte er sich dafür Gelb ab, in Heidenheim dann gleich zweimal - Feldverweis.

"Ich sehe ihn nicht im Rücken, dann falle ich, glaube ich, auf seinen Fuß oder so ein bisschen in ihn rein", sagte Keller nach dem fünften Platzverweis seiner Karriere zu der Szene gegen Marcel Costly (30). Vielleicht war es auch ein wenig Übermotivation.

Keller wollte es an alter Wirkungsstätte wahrscheinlich allen zeigen. Er schaltete sich mehr als sonst in Offensivaktionen ein, nahm sich Schüsse aus der zweiten Reihe, trat Freistöße. Er opferte sich auf, wurde schon vor seiner Gelb-Roten Karte von Krämpfen geplagt. Summa summarum ein gebrauchter Tag.

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Vor allem auch, weil mit seinem Fehlen das Team den Kopf verlor. In der Schlussphase war gefühlt jeder Schuss ein Treffer, wie es Trainer Thomas Stamm (43) ausdrückte.

"Gegen Ende müssen wir das einfach besser verteidigen, auch mit einem Mann weniger. Das müssen wir auf jeden Fall aufarbeiten und trotzdem auch den Blick nach vorn richten", sagte Robert Wagner (23), der das 2:1 der Dresdner erzielt hatte.

Titelfoto: imago/Beautiful Sports

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