Dresden - Es war ruhig bei der SG Dynamo - so von Januar bis Ende August. Sportlich war alles paletti, wirtschaftlich ebenso. Und jetzt? Der Saisonstart ist schlecht, jetzt kommen auch Streitigkeiten innerhalb des Vereins an die Öffentlichkeit, die im Rauswurf von Thomas Blümel (61) aus dem Aufsichtsrat und dem vorübergehenden Ausschluss aus dem Verein gipfelten. Dieser wehrt sich jetzt.
"Ich werde die Gründe der Entscheidung nicht akzeptieren und die mir zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen", schreibt er in einer persönlichen Presseerklärung.
Am vergangenen Donnerstag platzte die Bombe. "Der Beschluss erfolgte im Ergebnis umfangreichen rechtlichen Gehörs durch die Antragsgegner und Antragsteller sowie Zeugenvernahmen geladener Zeugen in zwei mündlichen Verhandlungen. Darüber hinaus wurde, wie in der Geschäftsordnung des Ehrenrates verankert, der Aufsichtsrat als betroffenes Gremium der SG Dynamo Dresden in das Verfahren eingebunden. Als Beschlussgrundlage liegt ein Verstoß gegen die Sorgfalt und Treuepflicht vor."
So begründete der Verein den Rauswurf im feinsten Beamtendeutsch auf seiner Homepage.
Blümel wird vereinsschädigendes Verhalten vorgeworfen. Er habe vertrauliche Informationen weitergeleitet.
Blümel hat "erhebliche Zweifel an der gebotenen Neutralität"
Blümel lässt das nicht so stehen: "Ich weise die gegen mich erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Zu keinem Zeitpunkt habe ich vertrauliche Informationen oder Protokolle des Aufsichtsrates an Medienvertreter oder andere Dritte weitergegeben", schreibt er.
"Die gegen mich erhobenen Anschuldigungen stützen sich nach meiner Kenntnis maßgeblich auf Behauptungen, die durch die Aussagen des betreffenden Journalisten selbst nicht bestätigt wurden.
Dieser hat während einer ausführlichen Befragung durch den Verein deutlich erklärt, weder Informationen von mir erhalten zu haben noch außerhalb offizieller Pressetermine überhaupt mit mir in Kontakt gestanden zu haben."
Gleichzeitig äußert er, "dass das gegen mich geführte Verfahren den Anforderungen an ein faires und unvoreingenommenes Verfahren nicht gerecht wurde". Er habe zudem "erhebliche Zweifel an der gebotenen Neutralität" während des Vorgangs gegen ihn.
Mit der Ruhe bei der SG Dynamo ist es erst einmal vorbei.