Schon 13 Punkte nach Führungen liegen gelassen - hat Dynamo Angst vorm Gewinnen?
Dresden - Planlos ging Dynamo Dresdens November los. Nach dem Sensations-Pokalerfolg Ende Oktober gegen Schalke 04 gab's am Sonntag im Alltag 2. Bundesliga den nächsten herben Rückschlag - mit bekanntem Problem. Wie man es lösen kann? Kann man nicht sagen!
"Das sind einfach Themen, die wir auch schon hatten. Dementsprechend ist es gerade maximal enttäuschend", gestand Niklas Hauptmann (30) nach der sechsten Saisonniederlage in Hannover.
Bereits das fünfte Mal in dieser Saison schenkten "Haupe" & Co. noch eine Führung her, ließen so bereits 13 (!) Punkte liegen - mit denen wäre das übrigens Tabellenplatz zwei. In Liga eins und zwei ist mit Energie Cottbus (acht Führungen, 15 Punkte) nur ein Team spendabler.
Warum bekommt man es einfach zu selten über die Zeit? Oder hat Dynamo etwa Angst vorm Gewinnen?
"Wenn man die Antwort darauf hätte, dann hätten wir es schon vor ein paar Wochen umgestellt. Das ist eine gute Frage. Das kann man nicht erklären, sonst hätten wir ja schon vorher den Schalter umgelegt", musste Hauptmann zugeben.
Alexander Rossipal (30) versuchte sich im Gegensatz zu seinem Kapitän in einer Erklärung. "Ich weiß nicht, was teilweise in den Köpfen vorgeht. Ich weiß nicht, ob wir nach Führungen das Gefühl haben, mit Vorsprung etwas zu verspielen. Aber eigentlich darf das nicht sein. Oder hoffe ich, dass es nicht so ist", meinte der 30-Jährige:
"Das müssen wir aufarbeiten, knallhart analysieren. Wir müssen so spielen, als ob wir nichts zu verlieren haben."
Dynamo Dresden hat bewiesen, dass auch Führungen zu Siegen führen können
Und wie bekommt man das hin? "Die Lösung oder die Formel habe ich jetzt gerade auch nicht", gestand auch Rossipal.
Hauptmann ergänzte: "Es hat schon viel mit Mut zu tun, trotzdem weiter im Ballbesitz mutig zu bleiben, nicht den Ball unkontrolliert wegzuschlagen. Es ist eine Frage von Mut und Überzeugung [von] unserem eigenen Spiel."
Dass sie es können, haben sie nicht zuletzt in den Highlight-Spielen gegen den 1. FC Magdeburg und Schalke 04 (jeweils 2:0-Erfolg) gezeigt. Tore gab's sowohl in Halbzeit eins als auch in Halbzeit zwei. Aber wie bekommt man dieses Mindset auf den nächsten Gegner Greuther Fürth am Freitag übertragen?
Thomas Stamm (43) will sich weiterhin "mit den positiven Dingen beschäftigen. Das ist wichtig. Wenn wir direkt am Freitag gewinnen, können wir uns wieder ransaugen. Die Tabelle ist von den Punkten her so, dass sie jetzt nicht aussichtslos ist."
Aber auch Dynamos Coach gibt zu: "Natürlich sind die acht Punkte nach den zehn Spielen nicht zufriedenstellend für uns."
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/DeFodi Images (2)

