Was schaut sich Dynamo-Coach Stamm von der EM ab?

Dresden - Ein fußballerisches Großereignis ist auch immer ein Indiz dafür, was im internationalen Bereich gerade "in" ist. Bei der laufenden Europameisterschaft sind Weitschuss-Tore wieder in Mode gekommen. Egal ob Emre Can (30), Xherdan Shaqiri (32), die beiden Türken Arda Güler (19) und Mert Müldür (25) oder der Tscheche Lukas Provod (27) - alle trafen von außerhalb des Sechzehners. Was kann sich Dynamo Dresden davon abschauen?

Dynamos neuer Coach Thomas Stamm (41) schaut auch zur EM 2024, hat aber selbst eine klare Spielidee.
Dynamos neuer Coach Thomas Stamm (41) schaut auch zur EM 2024, hat aber selbst eine klare Spielidee.  © Lutz Hentschel

Es sei daran erinnert: In der Vorsaison gelangen Dresden gerade einmal zwei Tore aus der Distanz. Luca Herrmann (25) traf ausgerechnet gegen die Freiburger von Thomas Stamm (41) aus 50 Metern zur 1:0-Führung (2:0) und Stefan Kutschke (35) in Duisburg zum zwischenzeitlichen 2:1 (4:2).

Es war ein Manko. Die EURO zeigt, international ist man wieder auf den Trichter gekommen, die Kugel auch einmal aus 16 bis 20 Metern einzuschweißen. Das war nicht immer so.

"Schwankungen hast du immer drin", sagt Stamm. "Wenn man die Statistiken der letzten Jahre nimmt, der Großteil der Tore wird immer noch in der Box erzielt", gibt der 41-Jährige nicht ganz so viel auf den neuen Trend.

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Und da scheint auch nicht sein Hauptaugenmerk zu sein. "Ich bin in den letzten Jahren gut gefahren, überall Dinge mitzunehmen, offen zu sein, im Austausch zu sein. Trotzdem habe ich eine klare Idee, wie ich spielen will. Ich habe Prinzipien, die mir wichtig sind."

Das war das 1:1 des Schweizers Xherdan Shaqiri (32) gegen Schottland, Keeper Angus Gunn (28) war machtlos. Der Ex-Bayern-Spieler zog einfach direkt aus 18 Metern ab.
Das war das 1:1 des Schweizers Xherdan Shaqiri (32) gegen Schottland, Keeper Angus Gunn (28) war machtlos. Der Ex-Bayern-Spieler zog einfach direkt aus 18 Metern ab.  © IMAGO/Kieran McManus
Das bisher schönste Tor der EM: Der Türke Mert Müldür (25, 2.v.r.) nahm einen Ball aus 18 Metern volley und traf so zum 1:0 gegen Georgien.
Das bisher schönste Tor der EM: Der Türke Mert Müldür (25, 2.v.r.) nahm einen Ball aus 18 Metern volley und traf so zum 1:0 gegen Georgien.  © imago/Beautiful Sports

Thomas Stamm will flexibel bleiben und seine Spieler besser machen

Arda Güler (19, l.) stand seinem Landsmann in nichts nach. Er jagte die Kugel aus 20 Metern in den Knick - es war das 2:1 gegen Georgien.
Arda Güler (19, l.) stand seinem Landsmann in nichts nach. Er jagte die Kugel aus 20 Metern in den Knick - es war das 2:1 gegen Georgien.  © IMAGO/Pro Sports Image

Was er aber auch andeutet: Stehenbleiben darf man als Trainer nie, du musst dich umschauen, musst lernen, um auch neue Ideen aufzusaugen. Dich und den Fußball deiner Mannschaft weiterentwickeln, aber auch eigene Ideen haben.

"Ich schaue mir unterschiedliche Fußballspiele und Systematiken an. In den letzten Jahren gab es eine klare Tendenz in Richtung Fünferkette. Das wird sich auch wieder entwickeln. Man tut gut daran, überall immer wieder offen zu sein", so Stamm.

Seine eigene Idee von Fußball will er der Mannschaft ab Sonntag zeigen. "Ich habe zwar gern den Ball, aber nur dort, wo es interessant ist. Ich will mit meiner Mannschaft dominant auftreten und sehr flexibel spielen", sagt er und gibt sich selbstbewusst: "Ich bin überzeugt, dass ich Spieler besser machen kann."

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Wenn seine Profis genau dieses Bewusstsein annehmen, sie Mut zeigen, dann klappt es sicherlich nicht nur spielerisch, sondern auch mit dem einen oder anderen Tor aus der Distanz.

Titelfoto: Bildmontage: Lutz Hentschel, IMAGO/Kieran McManus, IMAGO/Beautiful Sports

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