Richter watscht Dynamo ab: Wird geführt "wie der Musikverein in Buxtehude"

❤️️
😂️
😱️
🔥️
😥️
👏️

Dresden - Gescheitert! Ein Richter am Dresdner Landgericht watscht Dynamo gnadenlos ab, ist der Meinung, dass der "Verein geführt wird wie der Musikverein in Buxtehude", kritisiert den Ehrenrat scharf und bestätigt nebenbei noch das Urteil rund um Aufsichtsrat Thomas Blümel (61).

Thomas Blümel (61) wehrte sich erfolgreich gegen die Vorwürfe aus Dynamos Ehrenrat vor Gericht.
Thomas Blümel (61) wehrte sich erfolgreich gegen die Vorwürfe aus Dynamos Ehrenrat vor Gericht.  © Thomas Türpe

Dynamo enthob Blümel im September nach einem Ehrenratsbeschluss des Amtes, sein Posten im Aufsichtsrat war futsch. Zudem verlor er seine Mitgliedschaft. Vorwurf: Geheimnisverrat. Er soll Infos an die Presse weitergegeben haben.

Der 61-Jährige dementierte das und wehrte sich, beantragte eine einstweilige Verfügung beim Landgericht und gewann. Er war wieder Mitglied und Aufsichtsrat.

Das wollte Dynamo nicht auf sich sitzen lassen, legte Widerspruch ein und kassierte am Montag eine fürchterliche Niederlage. Richter Norbert Bahr bestätigte das Urteil, aber er holte verbal noch weiter aus und vernichtete den Verein auf seinem Spielfeld.

Gehirnerschütterung! Dynamo bangt um Abwehrchef Keller
Dynamo Dresden Gehirnerschütterung! Dynamo bangt um Abwehrchef Keller

"Die Beweisführung in dem Urteil des Ehrenrates ist sehr dürftig. Aber das ist nicht meine Aufgabe, das zu beurteilen", sagte er laut Bild und Saechsische.de.

"Ich habe erhebliche Bedenken, dass der Vorwurf, Thomas Blümel habe vertrauliche Informationen an die Presse weitergegeben, so gravierend sein soll, dass man ihm die Mitgliedschaftsrechte entzieht und aus dem Aufsichtsrat ausschließt", meinte er.

Richter Norbert Bahr plädiert in dem Fall dafür "die Kirche im Dorf zu lassen"

Blümel im November 2025 auf der Mitgliederversammlung der SGD.
Blümel im November 2025 auf der Mitgliederversammlung der SGD.  © Eric Münch

Bahr war der Meinung, dass ein Verweis oder Ordnungsgeld gereicht hätte. "Man muss die Kirche im Dorf lassen. Der Verein kann nicht mit Dreck schmeißen, wenn er selbst Dreck am Schuh hat", so der 65-Jährige. Rumms!

Und er legte mit seiner persönlichen Meinung nach: "Dass Dynamo mit seinen 40.000 Mitgliedern noch zwischen der zweiten und der dritten Liga pendelt, liegt daran, dass der Verein wie der Musikverein Buxtehude geführt wird", erlaubte er sich ein zweites vernichtendes Urteil für die SGD an diesem Tag.

"Man müsste die Profiabteilung ausgliedern und es dürften nur Personen das Sagen haben, die von ihrem Gebiet auch Ahnung haben."

Testspiel-Pleite für Dynamo: So fällt das Fazit von Chefcoach Stamm aus
Dynamo Dresden Testspiel-Pleite für Dynamo: So fällt das Fazit von Chefcoach Stamm aus

Auch danach hatte er noch nicht genug. "Hauptsache, sie gewinnen jetzt mal ihre Spiele."

Die Verfahrenskosten von 10.000 Euro trägt übrigens der Verein. Dynamo hat jetzt zwei Wochen Zeit, gegen das Urteil Berufung am Oberlandesgericht einzulegen. Wird man sich sicher genau überlegen.

Titelfoto: Thomas Türpe

Mehr zum Thema Dynamo Dresden: