HCE-Coach nach Saisonstart überzeugt: "Ich glaube daran, dass wir jeden schlagen können"
Dresden - Die ersten zwei Pflichtspiele mit DHB-Pokal und Auftakt in der 2. HBL sind im Kasten. Zwei Spiele, bei denen der HC Elbflorenz seine Aufstiegsambitionen unterstrich. Im Interview mit TAG24 sprach Coach André Haber (40) über die eigenen Ansprüche, seine Eindrücke nach der Vorbereitung und dem Saisonauftakt sowie über seine Vorfreude auf das erste Heimspiel in der BallsportArena in dieser Spielzeit.
Herr Haber, Uwe Saegeling hat den Aufstieg als Ziel ausgerufen. Aber ist der HCE auch Favorit?
André Haber: "Zur Favoritenrolle habe ich im Sommer mal darüber nachgedacht. In der Liga gelten wir halt oft als Favorit. Und am Ende des Tages bedeutet das, wir glauben daran, die stärkere Mannschaft zu sein, die nach 34 Spieltagen vor unserem Gegner steht. Ich habe großen Respekt vor allen Teams der 2. Handball-Bundesliga. Und gleichzeitig glaube ich daran, dass wir jeden schlagen können."
Die vergangene Saison war die erfolgreichste des Vereins jemals. Welche Parallelen zur Vorsaison sehen Sie?
Haber: "Unsere Mannschaft hat sich in der vergangenen Saison durch Zusammenhalt ausgezeichnet, wie ich ihn selten in einer Leistungssport-Mannschaft gesehen habe. Das Trainingslager jetzt hat noch mal mehr gezeigt, dass wir die Chance haben, wieder genauso eng zusammenzuwachsen. Wir haben die Chance, in dieser Saison wieder so eine Einheit zu sein."
Im Vergleich zum Vorjahr haben Sie ihr Team mit Daniel Blaha, Dominik Skopar, Julius Meyer-Siebert und Nils Fuhrmann viermal extern verändert. Wie sind die Eindrücke und was erwarten Sie von den Neuen?
Haber: "Sie sind sehr gut integriert. Diese Jungs sind bereit, uns besser zu machen. Sie helfen jetzt schon, obwohl sie erst wenige Wochen in Dresden sind. Und wir werden mit den Jungs Spaß haben. Keine Frage."
HC Elbflorenz: Haber sieht Fortschritte nach "einer der besten" Vorbereitungen
Welche Erkenntnisse haben Sie in der Vorbereitung und aus den ersten beiden Pflichtspielen gewonnen?
Haber: "Ich sehe, dass einige Spieler einen Schritt nach vorne gemacht haben. Wir haben auch noch mal ein paar Daten genommen. Auch da habe ich das Gefühl, unsere Vorbereitung hat gefruchtet und wir haben den Spielern die Möglichkeit gegeben, besser zu werden. Ich glaube, es ist schon eine der besten Vorbereitungen, die ich hier mit Dresden erlebt habe."
Worauf haben Sie in der Vorbereitung wert gelegt und wodurch soll sich Ihr Team auszeichnen?
Haber: "Ich glaube, wir sind für diese Saison etwas schneller geworden. Wir wollen in Dresden immer attraktiven Handball bieten und eine Mannschaft sein, die durch ihre Spielweise begeistert. Und im modernen Handball gehört einfach ganz viel Tempo dazu. Ich glaube, genau das können wir diese Saison bieten."
Mit den Siegen im Pokal in Aue (38:25) und in der Liga bei Dormagen (38:31) haben Sie die diese Ansprüche unterstrichen. Wie fällt Ihr Fazit zum Auftakt aus?
Haber: "Um den Saisonstart zu bewerten, brauchst du noch ein paar Spiele mehr. Wir wissen ja, wie diese Liga ist. Jetzt sind zwei Spiele gespielt, in jedem Wettbewerb eins. Das finde ich noch wenig für ein Resümee zum Saisonstart. Aber es war auf jeden Fall ein guter Anfang - für alles, was wir vorhaben."
Haber lobt Einstellung seiner Mannschaft und sieht Rückenwind vor dem nächsten Heimspiel
Und was hat Ihnen am Sonntag in Dormagen besonders imponiert?
Haber: "Ich will meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen für eine herausragende Einstellung von der ersten Minute an. Wir haben wieder aufs Parkett gebracht wie sehr wir gewinnen wollen. Und dieser Hunger muss uns die ganze Saison auszeichnen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht zu coachen. Dann habe ich mich gefreut, dass wir einen guten Start erwischt haben. Ich habe mich gefreut über unsere Spielführung. Und ich habe mich über unsere Bank gefreut, wo immer wieder Impulse kamen von Jungs, die ins Spiel gekommen sind, plus gute Paraden im Tor. Es war ein rundes Spiel heute für uns, hat sich so angefühlt. Und trotzdem können wir noch einige Sachen besser machen. Daran arbeiten wir täglich."
Haben Sie in den ersten beiden Spielen etwas beobachtet, was Sie hinsichtlich des Kaders noch einmal zum Handeln bewegt?
Haber: "Wir haben einen super Kader. Wir sind schön breit aufgestellt. Wir haben gegen Dormagen wieder ganz viele Spieler eingesetzt, hatten Impulse von der Bank. Von daher gibt es da absolut nichts zu machen. Wir haben den Kader bewusst zusammengestellt und sind glücklich damit."
Am Samstag kommt TuS N-Lübbecke in die BallsportArena. Wie groß ist die Vorfreude auf das erste Heimspiel der Saison bei Ihnen?
Haber: "Wir kommen mit ein bisschen Rückenwind. Lübbecke kommt mit dem Messer zwischen den Zähnen, sprichwörtlich. Mit viel Kampfbereitschaft. Ich freue mich riesig, dass wir zu Hause spielen können. Wir haben vier Jungs, die zum allerersten Mal das Trikot zu Hause für uns tragen. Mit denen wollen wir auch einen guten Start haben. Ich freue mich für unsere Zuschauer, dass sie zahlreich beim Spiel dabei sein können. Für meine Mannschaft, dass es jetzt endlich Heimspiel ist. Man muss sagen, die BallsportArena lebt Handball. Dann ist es für die Mitarbeiter bei uns in der Geschäftsstelle, für uns als Staff und alle Mitarbeiter der BallsportArena immer etwas Besonderes zu Hause zu spielen. Und wie cool ist es, dass immer auch Nachwuchsmannschaften und Nachwuchstrainer da sind – von den Minis bis zum Perspektivteam, um uns anzufeuern. Das ist schon cool. Und zeichnet diesen Verein aus. Ich bin sehr dankbar für dieses Vereinsleben."
Titelfoto: Frank Kruczynski

