Birmingham (England) - Historischer EM-Titel für die norwegischen Leichtathleten, doch die Freude des Gold-Quartetts wurde schnell getrübt! Bei ihrer ersten Teilnahme an der 4x400-Meter-Mixed-Staffel gewannen Karsten Warholm (30), Andreas Kulseng (25), Amalie Iuel (32) und Henriette Jæger (23) in EM-Rekordzeit die Goldmedaille - wegen eines Fehlers der Veranstalter gaben sie diese jedoch kurz darauf zurück!
Bei der Siegerehrung am Montag strahlten die vier Skandinavier noch mit ihren Plaketten um die Wette, kurz darauf fiel Warholm jedoch ein kurioser Fauxpas auf den Medaillen auf: Dort war die falsche Zeit eingraviert!
Statt der norwegischen Siegerzeit von 3:09,62 Minuten, die neben dem EM-Rekord auch einen norwegischen Rekord darstellt, prangte nämlich die Zeit der britischen Zweitplatzierten von 3:10,47 Minuten auf der Goldmedaille.
"Wir haben uns geweigert, sie anzunehmen", berichtete Warholm bei NRK: "Das war wohl Wunschdenken ihrerseits. Sie hatten die Zeit schon vor dem Rennen eingraviert." Die Leichtathletik-EM findet in diesem Jahr im englischen Birmingham statt.
Schlussläuferin Jæger hatte das Malheur zunächst gar nicht bemerkt, sie wurde erst von den anderen darauf hingewiesen. "Mir ist das gar nicht aufgefallen, es waren die Jungs, die es bemerkt haben. Aber es ist cool, wenn man Gold holt und die Zeit stimmt", sagte die 23-Jährige.
"Für diese Zeit haben wir hart gekämpft, also steht sie uns zu", betonte Kulseng.
Leichtathletik-EM: Glückliches Ende für norwegisches Gold-Quartett
Glücklicherweise gab es für die norwegischen Gold-Läufer noch ein Happy End, am Abend nach der eigentlichen Siegerehrung wurde dem Sportchef des norwegischen Leichtathletik-Verbands, Erlend Slokvik (64), ein neuer Medaillensatz überreicht - dieses Mal mit der richtigen Zeit.
"3:09,62, Meisterschaftsrekord. Jetzt können wir stolz sein", sagte der 64-Jährige. Seinen Athleten konnte er das Edelmetall allerdings erst am Mittwoch weiterreichen: "Wenn ich zurückkomme, werden sie wahrscheinlich schon schlafen."
Ken Burkett, Wettkampfleiter der Titelkämpfe in Birmingham, entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten: "Als wir feststellten, dass etwas nicht stimmte, haben wir das so schnell wie möglich behoben. Es war sehr schade, dass es nicht gleich richtig war. Wir gratulieren Norwegen zur Goldmedaille und zu einem guten Lauf."