"Sie wird auf jeden Fall dabei sein": Emotionales Rennen für Leichtathlet Richard Ringer

Frankfurt am Main - Am Sonntag tritt Leichtathlet Richard Ringer (37) zu seinem wohl emotionalsten Rennen an. Fast auf den Tag genau ein Jahr ist die Stillgeburt seiner Tochter April Lucia Vivienne her. In Frankfurt läuft er auch für sie.

Am Sonntag läuft Richard Ringer (37) in Frankfurt eines der emotionalsten Rennen seiner Laufbahn.  © Sven Hoppe/dpa

"Sie wird auf jeden Fall dabei sein. Ich gucke, dass ich wieder alles für sie gebe und auf der Strecke lasse", erklärte Ringer im Vorfeld gegenüber der dpa.

Gerade im Oktober sind seine Gedanken und die seiner Partnerin Nada Ina Pauer (39) umso mehr bei der gemeinsamen Tochter. "Am 22. Oktober haben wir es erfahren. Und am 24. Oktober haben wir die Stillgeburt durchführen können. Da wurden dann die Wehen eingeleitet", sagt er zu den vermutlich härtesten Tagen seines Lebens.

Nicht nur in Frankfurt, aber insbesondere dort, tritt Ringer für seine April an: "Wir versuchen einfach, alles irgendwie so zu machen, dass sie stolz ist auf uns."

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Und: "Ich gebe da einfach mein Bestes."

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Rennen in Frankfurt für Ringer eine "Wundertüte"

Starkes Teilnehmerfeld beim Marathon in Frankfurt: Neben Richard Ringer (37, v.l.) starten auch Samuel Fitwi (30) und Amanal Petros (31).  © Sven Hoppe/dpa
2022 holte Richard Ringer (37) in München den EM-Titel im Marathon.  © Sven Hoppe/dpa

Auch wenn er das Rennen am Sonntag als "Wundertüte" bezeichnet, die Vorbereitung für den Wettkampf, bei dem auch Amanal Petros (31) und Samuel Fitwi (30) starten, lief optimal.

Beim Halbmarathon in Köln stellte er in 1:01:48 Stunden sogar den Streckenrekord auf: "Köln war deutlich schneller als geplant gewesen. Deshalb bin ich positiv gestimmt, dass das Training super lief für Frankfurt."

Was ihm bei all dem hilft? "Eine Aufgabe zu haben, die nichts mit dem Sport zu tun hat", verriet Ringer im Spiegel-Interview.

Der Schlüssel für den Europameister von 2022: "Zeit mit meiner Frau und meiner Familie."
Und: "Ich arbeite neben dem Leistungssport aber auch noch. Bei Rolls-Royce Power Systems habe ich einen Teilzeitvertrag. Vor den Olympischen Spielen in Paris habe ich einmal eine berufliche Auszeit genommen und gemerkt: Nur unter Sportlern zu sein, ist für mich auch nicht das Wahre."

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Denn für den Leichtathleten ist der Ausgleich zum Sport wichtig: "Ich finde es gut, einen größeren Kreis zu haben und auch über andere Themen zu sprechen. Mein Job bringt mich zurück ins normale Leben. Das hilft nach einem erfolgreichen Wettkampf genauso wie nach einem enttäuschenden oder bei einer Verletzung."

Denn: "So bin ich mehr als der Profiläufer Richard Ringer, der ich ohnehin auch nicht mein ganzes Leben sein kann."

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