Cortina/Dresden - Für Susanne Kreher (27) war es ein Traum, zum ersten Mal überhaupt bei Olympia dabei zu sein. Noch nie holte sie einen Weltcup, jetzt strahlt sie über die Silber-Medaille und kann sich einen Platz für ein neues Tattoo überlegen.
Die gebürtige Annabergerin, die in Dresden wohnt und für den Dresdner SC startet, hatte sich erst auf dem letzten Drücker auf ihrer Heimbahn in Altenberg für die Olympischen Winterspiele qualifiziert.
2015 war sie die 400-Meter-Läuferin der aus der Leichtathletik zum Skeleton gewechselt, 2023 wurde sie überraschend Weltmeisterin in St. Moritz. Einen Weltcup-Sieg holte sie dennoch bis heute nicht.
Deshalb galt die 27-Jährige bis vor Olympia als Wundertüte, oftmals fehlte ihr die Konstanz, so auch beim olympischen Training in Cortina.
Doch im olympischen Wettkampf lieferte sei ab, raste viermal fehlerfrei durch den Eiskanal. Nur die Österreicherin Janine Flock war um 0,30 Sekunden schneller.
Krehers Erfolgsgeheimnis? Neben ihrer Underdog-Rolle ihre Coolness. Vor dem Finale am Samstag sagte die 27-Jährige lässig: "Es gab in dieser Saison Weltcups, bei denen ich nervöser war. Bei mir ist das immer wie Würfeln."
Susanne Kreher hat über 30 Tattoos, bald auch ein olympisches
Und sie ließ Taten folgen, blieb auch im dritten und vierten Lauf souverän, verteidigte ihren zweiten Platz bis zum Schluss. Allein Flock war nicht zu schlagen. Kreher freudestrahlend: "Die Farbe ist mir völlig egal, es ist unfassbar."
Die Olympia-Debütantin übertrumpfte immerhin ihre erfahrenen Kolleginnen Jacqueline Pfeifer (31) und Hannah Neise (25), die in der Vergangenheit olympisches Edelmetall gewonnen hatten.
Bleibt nur noch eine Frage offen: An welcher Stelle lässt Kreher ihr Olympia-Tattoo stechen?
Die Annebergerin ist bekennender Tattoo-Fan, hat schon über 30 Stück. Der Olympia-Erfolg dürfte einen besonderen Fleck bekommen.