Klare Pleite gegen Suhl: DSC-Girls verpassen Supercup
Coburg - 20 Minuten vor Spielstart schallte das Rennsteig-Lied durch die Arena. In der Suhler Wolfsgrube normalerweise ein Moment mit Gänsehaut-Garantie. In der weiten und größeren Halle in Coburg kam genau diese Atmosphäre aber nicht auf. Dass am Samstagabend auch keine weiteren Gelegenheiten für die Thüringerinnen dazukommen, dafür wollten die DSC-Girls sorgen. Der Supercup ging aber nach einer verdienten 0:3 (24:26, 27:29, 23:25)-Niederlage an das Team aus Suhl.
Denn für die endgültige Explosion in Coburg sorgte kurz vor 19 Uhr Suhl-Mittelblockerin Emma Boyd, die nach einer starken Rettungsaktion von Patricia Nestler nach dem Double aus Meisterschaft und Pokal in der Vorsaison auch den ersten Titel der neuen Spielzeit für ihr Team sicherte.
"Es ist irgendwie ein komisches Gefühl", sagte Patricia Nestler nach dem Duell: "Es hat sich nicht so angefühlt, als hätten wir komplett schlecht gespielt. Alle drei Sätze waren extrem eng."
Bei der DSC-Kapitänin herrschte verständlicherweise Enttäuschung, "weil wir es nicht geschafft haben, mal einen Satz zu gewinnen und Suhl irgendwie zum Straucheln zu bringen".
"Wir haben einfach in den wichtigen Situationen unnötige Fehler gemacht", erklärte die Libera.
Und schob auch nach: "Das ist gerade am Anfang der Saison auch vollkommen normal."
So lief der Supercup zwischen den DSC Volleys und Suhl
Die große Überraschung gab es in der Starting Six nicht. Sarah Straube spielte zu. Monique Strubbe war nach einer Woche Training in Dresden zwar direkt im Kader, aber verständlicherweise noch nicht in der Start-Formation.
Den ersten Punkt der neuen Saison besorgte Diagonalangreiferin Lena Kindermann per Tip.
Dem DSC fehlte aber nicht nur im ersten Durchgang das Quäntchen Glück. Der Aufschlag von Mackenzie Foley landete wenige Millimeter hinter dem Spielfeld (18:20). Besser lief's bei den Gastgeberinnen: Beim dritten Satzball flog der Aufschlag genau auf die Linie - 0:1 aus Sicht der Dresdnerinnen.
Im zweiten Satz folgte die wohl stärkste Phase des Teams aus Sachsen mit einem 7:1-Lauf zur 14:8-Führung. Das Tempo behielten die Dresdnerinnen aber nicht bei. Stattdessen fehlten in der erneut umkämpften Crunchtime die entscheidenden Prozentpunkte. Suhl war heißer auf die Zähler und nutzte seine erste Gelegenheit, um den zweiten Schritt in Richtung Supercup zu gehen.
Auch im dritten Durchgang waren die DSC-Girls mindestens voll mit dabei. Bis zur 11:9-Führung, dann klappte plötzlich wieder wenig bis gar nichts. Schlechte Annahmen, ungenaue Zuspiele und trotz vernünftiger Feldabwehr keine eigenen Punkte. Zurecht zog Suhl auf 20:16 davon.
Die Mädels um Nestler fighteten bis zum Schluss. Dann folgte ihre Rettungsaktion, der die anschließende Entscheidung trotzdem nicht verhindern konnte.
Titelfoto: Fotomontage (2): Lutz Hentschel

