Berlin - Der Unüberwindbare hielt auch nach der Schlusssirene dicht. "Gerade passt's, würde ich sagen", ließ sich Jonas Neffin (26) nach seinem jüngsten Coup nur entlocken. Der Torhüter, über den im Moment die ganze Deutsche Eishockey Liga (DEL) spricht, redet nicht so gerne über sich und seine grandiosen Leistungen.
Viermal hat der neue Goalie der Eisbären Berlin in seinen ersten fünf Spielen seinen Kasten sauber gehalten, nur ein einziges Tor kassierte der 26-Jährige bislang - und das erst, nachdem die Schiedsrichter schon abgepfiffen hatten.
Beim 4:1 des Rekordmeisters vor anderthalb Wochen gegen die Nürnberg Ice Tigers war eine Strafe gegen Berlin angezeigt, es ertönte ein Pfiff, die Scheibe rutschte unter dem Torhüter durch ins Netz.
In der regulären Spielzeit hat also noch niemand Neffin bezwungen. Alle 118 Schüsse, die bislang vor dem Abpfiff auf sein Tor kamen, hat er abgewehrt. Ein Gegentorschnitt von 0,20 und eine Fangquote von 99,16 Prozent sind Fabelwerte.
"Es macht Spaß", sagte Neffin nach dem 3:0 des Tabellenführers am Sonntag bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven, seinem jüngsten Shutout.
Vor ein paar Jahren hütete Neffin das Tor der Dresdner Eislöwen
"Aber jedes Spiel beginnt neu, Schuss für Schuss." Seine beeindruckende Serie habe er der Mannschaft zu verdanken, betonte der gebürtige Iserlohner.
Dass Neffin im zweiten Versuch so in seine DEL-Karriere startet, hatte wohl auch bei den Dresdner Eislöwen niemand erwartet.
Zur Saison 2022/23 machte er 15 Hauptrunden-Partien (34 Gegentoren bei 352 Schüssen) und zwei in den Play-offs (sieben Gegentore bei 41 Schüssen), ehe ihn sich die Eisbären Regensburg schnappten.
Dort fand er "Vertrauen" und "Ruhe", musste sich "weniger Gedanken um das große Ganze machen", wie er erzählte. Der Lohn: die Wahl zum Torhüter und Spieler des Jahres in der DEL2 - mit sechs Shutouts.
Und demnächst auch das erste Länderspiel?