Dresden - Der erste Vorbereitungsblock ist absolviert. 19.30 Uhr fällt am Freitag im Löwenkäfig der Puck fürs erste von 52. Hauptrunden-Duellen - die Vorbereitung auf die Play-offs. Und der Auftakt wird laut Eislöwen-Sportdirektor Jens Baxmann (41) ein "echter Leckerbissen".
Mit Kassel kommt wohl der mutmaßlich härteste Gegner um den DEL-Aufstieg. Beide Teams werden wohl ein Statement setzen wollen.
"Ich hoffe nicht, dass es zu schweren Verletzungen kommt", so Baxmann. Erinnerungen ans erste Duell zwischen Berlin und Mannheim in der vergangenen DEL-Saison werden wach.
Da vergingen Sekunden und es flogen die Fäuste. Berlins Yannick Veilleux (33) flog später runter, weil er Mannheims Luke Esposito (32) im zweiten Drittel so brutal checkte, dass der blutend auf der Trage vom Eis gebracht wurde.
Am Freitag dürfte es in Dresden nicht so zur Sache gehen.
Auch wenn der Sportdirektor der Meinung ist: "Es wird jeder alles aufs Eis bringen. Wir haben Selbstbewusstsein und brauchen keine Angst zu haben."
Für Eislöwen-Coach Bo Subr ist die Vorbereitung noch nicht beendet
Der Sieg in der Vorbereitung gegen die Huskies spielt keine Rolle, ist nicht zu vergleichen. "Ich erwarte ein hartes Spiel, mit hohem Tempo", meinte Eislöwen-Coach Bo Subr (46). "Wir sind sehr flexibel - können physisch und mit Tempo spielen und dies jederzeit anpassen."
Mit der Vorbereitung sind die beiden Verantwortlichen zufrieden. "Wobei dies immer ein gefährliches Wort ist", so Baxmann.
Subr ist ohnehin überzeugt, dass diese längst nicht abgeschlossen ist. Dafür braucht es jetzt den Start der Hauptrunde. Nach dem Heimspiel geht's am Sonntag zum Aufsteiger aus der Oberliga Memmingen, am kommenden Freitag in den Sahnpark nach Crimmitschau und dann wartet Ravensburg daheim.
Bis zur Länderspielpause sind es 14 Partien, danach werden Subr & Co. sehen, wo die Mannschaft wirklich in der Vorbereitung steht.
Wirtschaftlich sind die Eislöwen gerüstet. "Die Sponsoren sind an Bord geblieben, wir haben einen Etat von 7 bis 7,5 Millionen Euro", versichert Geschäftsführer Maik Walsdorf.
Der gesteht, ein Stück weit aufgeregt zu sein. "Es ist aber schön, diese Nervosität vorm ersten Spiel zu haben. Wir haben ein gutes Team. Ich bin sehr, sehr positiv gestimmt, dass wir gleich ein erstes Statement setzen."
Der Kader ist top! Baustellen gibt's - ein Kommentar von Enrico Lucke
Mit "Absteiger"-Fangesängen wurden die Dresdner Eislöwen aus der DEL verabschiedet. Eine lehrreiche Saison ging im März zu Ende. Die längste Sommerpause der Vereinsgeschichte ist vorbei. Eine kurze Sommerpause, dank des Einzugs ins DEL2-Finale und Meisterschaft 2027, soll folgen. Realistisch?
Ich habe keine Glaskugel, aber kann Fakten analysieren. Da wäre der Sturm: Mit den Spink-Zwillingen Tylor und Tyson, Adam Helewka sowie Alec Ahlroth wurde die für die DEL2 top besetzte Abteilung Attacke beeindruckend erweitert. Ruft die ihr Können ab, kann sich die Konkurrenz warm anziehen. Kein Team ist so stark in der Breite aufgestellt.
Der Königstransfer ist für mich Ryan MacKinnon. Der Verteidiger überzeugte mit seiner Art in der Vorbereitung. Er steht nicht nur oft richtig, sondern nimmt auch den Gegnern den Raum. Checkt fair und hart. Kann gut Schlittschuh laufen, dadurch blitzschnell umschalten, und er hat einen Hammerschuss. Im Powerplay eine Waffe, die zuletzt fehlte, weil Simon Karlsson seine Leistung nicht abrief. Steigert dieser sich auch, brennt hinten nichts an, dafür vorm gegnerischen Tor lichterloh.
Sportlich läuft's. Aber falls der Coup mit dem direkten Wiederaufstieg gelingt, muss die Geschäftsstelle dringend erweitert werden. Zu viele Aufgaben liegen auf zu wenigen Schultern. Alle gehen auf dem Zahnfleisch - wenn auch mit Leidenschaft. Wirtschaftlich spart dies Geld. Der Club wirtschaftet erfolgreich, keine Frage. Aber es fehlt an einem Image.
Kinder müssen heiß sein, Eishockey zu spielen. Keiner darf sich fragen: Wann ist das nächste Spiel? Eine größere Arena für 6000 Fans sowie mehr Eisflächen ist der eine Schlüssel. Der zweite, dass die Eislöwen zur Marke werden.
So innovativ es in der Arena mit Videowürfel, LED-Bande, eigener App funktioniert, so unsichtbar ist der Club beim Großteil der über 500.000 Dresdner. Die super Zuschauerzahlen mit 140.000 aus der vergangenen Saison dürfen da nicht blenden.