Stuttgart - Die Kreidetafel bekommt smarte Konkurrenz: Um Schülerinnen und Schüler künftig individueller zu fördern, bringen die Landeshauptstadt Stuttgart und die Universität Tübingen Künstliche Intelligenz (KI) in die Klassenzimmer. Am Montag wurde eine auf drei Jahre angelegte Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen sogenannte adaptive Lernsysteme, wie die Stadt mitteilte. Diese Programme, die von Forschern des "Tübingen Center for Digital Education" (TüCeDE) entwickelt werden, analysieren den aktuellen Leistungsstand der Kinder.
Mithilfe von KI passen sie Aufgaben, Lerntempo und Erklärungen automatisch an die individuellen Stärken oder Defizite an.
Stuttgarts Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer (66, FDP) sieht in der Technik eine dringend nötige Antwort auf die wachsende Heterogenität in den Klassen und die schlechten Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie.
"Niemand reagiert so schnell auf die Ergebnisse der Pisa-Studie wie wir", betonte Fezer.
Beide Seiten sollen profitieren
Neben der Erprobung der Lernprogramme sollen Stuttgarter Lehrkräfte und Wissenschaftler der Universität auch gemeinsam neue Unterrichtskonzepte erarbeiten, zum Beispiel wie Chatbots sinnvoll und reflektiert im Deutschunterricht eingesetzt werden können.
Zudem widmet sich die Kooperation der Frage, wie sich KI-Anwendungen datenschutzkonform in den Schulalltag integrieren lassen.
Von dem engen Austausch sollen beide Seiten profitieren.
Während die Schulen Zugang zu neuesten digitalen Werkzeugen bekommen, kann die Universität ihre theoretischen Erkenntnisse aus der Bildungsforschung direkt unter realen Bedingungen in der Schulpraxis testen.