Von Martin Oversohl
Stuttgart - Angesichts der zunehmenden Zahl von künstlich produzierter Kinderpornografie warnt der baden-württembergische Justizminister Moritz Oppelt (37, CDU) vor einer neuen Dimension des Problems.
Von künstlicher Intelligenz produzierte Bilder könnten für Täter wie eine Einstiegsdroge wirken.
"Das könnte in einer Eskalationsspirale dazu führen, dass immer echtere Bilder und schlimmstenfalls auch tatsächliche Taten verfolgt werden." Ein Ende der Entwicklung sei nicht absehbar.
Oppelt betonte, auch KI-generierte Darstellungen seien strafbar und würden verfolgt.
"Täter können sich nicht in Sicherheit wiegen, wenn sie zu Hause an ihrem PC massenhaft sexualisierte Bilder und Missbrauchsszenen mit Kindern erzeugen - schlimmstenfalls auf Grundlage echter Fotos, ohne Wissen der Kinder oder ihrer Familien."
Im vergangenen Jahr gab es im Land 712 Verurteilungen wegen Kinderpornografie, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht mehr als jeder dritten Verurteilung bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 2016 waren es 203. Der Justizminister nannte das "ein alarmierendes Signal".
Insgesamt sank die Zahl der rechtskräftigen Verurteilungen durch baden-württembergische Strafgerichte nach leichten Anstiegen in den drei Vorjahren 2025 um 1,1 Prozent. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg sie dagegen um 10,4 Prozent auf 1936. Grundlage ist die Strafverfolgungsstatistik des Statistischen Landesamts.