Schlag gegen Mafia-Organisation: So lief der Schmuggel mit Hunderttausenden Euro Falschgeld und Drogen
Stuttgart - Nach Ermittlungen des Landeskriminalamts (LKA) Stuttgart wurden sechs Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, für die organisierte italienische Kriminalität tätig gewesen zu sein.
Am Mittwoch wurde eine von EUROPOL koordinierte Durchsuchungsaktion in Stuttgart, im Rems-Murr-Kreis, in Neapel und Bern sowie auf Gran Canaria durchgeführt, teilt das LKA Baden-Württemberg am Freitag mit.
Gemeinsam mit Ermittlern aus Italien und Spanien kam das LKA Baden-Württemberg den Verdächtigen auf die Spur.
Bereits im November 2021 verhaftete die Polizei einen 47-jährigen Italiener, der für die mafiaartige Vereinigung der Camorra bei der Beschaffung von Falschgeld, Geldwäsche und dem Handel mit Betäubungsmitteln beteiligt gewesen sein soll. Der Mann kam 2022 in Italien wieder frei.
Seitdem stand der 47-Jährige in Kontakt zu den festgenommenen 49- und 44-jährigen Italienern. Beide betrieben ein Restaurant in Stuttgart, indem mutmaßlich mit Falschgeld und Rauschgift gehandelt wurde. Dem 47-Jährigen wird außerdem vorgeworfen, mehrere Beschaffungsfahrten mit mehreren Hunderttausenden Euro Falschgeld von Neapel nach Deutschland gemacht zu haben.
Falschgeld und Drogen in Umlauf
Ein 42-jähriger Italiener in Neapel stellte das Falschgeld den Tatverdächtigen zur Verfügung. Im Zuge der Ermittlungen setzte er sich nach Spanien ab, wo er in seinem Haus in Gran Canaria festgenommen wurde.
In einem Schmuckgeschäft eines 35-jährigen Türken im Rems-Murr-Kreis wurde das Falschgeld offenbar gelagert. Bereits 2024 wurde bei einer Durchsuchung eine geringe Menge Falschgeld gefunden.
Mit den gefälschten Euro-Scheinen kaufte ein 42-jähriger Italiener mutmaßlich ein. Der 42-Jährige tauchte im Herbst 2025 unter, da gegen ihn wegen Gewaltdelikten gegen seine Lebensgefährtin ermittelt wurde. Die Polizei konnte ihn am Mittwoch in Offenburg auffinden und festnehmen.
Die Schweizer Polizei durchsuchte ebenfalls am Mittwoch eine Wohnung eines Syrers in Bern, der Rauschgift beschafft haben soll.
Insgesamt wurden am Mittwoch 14 Wohn- und Gewerberäume durchsucht. Falschgeld, Betäubungsmittel, Waffen, Mobiltelefone, eine Reihe an Wertgegenständen, die offenbar mit kriminellem Geld bezahlt wurden, und Datenträger wurden sichergestellt. Insgesamt wurden sechs Haftbefehle ausgesprochen. Fünf Verdächtige befinden sich in Untersuchungshaft. Der 42-Jährige aus Spanien wurde gegen Auflagen entlassen.
Titelfoto: Daniel Vogl/dpa
