Von David Nau
Stuttgart - Für rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie gut 140.000 Lehrkräfte sind die Sommerferien in Baden-Württemberg zu Ende. Ein Überblick über die größten Neuerungen und weiter bestehende Baustellen.
Die größte Änderung im Vergleich zum Vorjahr betrifft die laut Schätzungen rund 110.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler an den Grundschulen im Land. Sie – und ihre Eltern – haben ab diesem Jahr einen Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung. Mindestens acht Stunden sieht das entsprechende Gesetz vor.
Die Juniorklassen sind laut Kultusministerium ein der Grundschule vorgeschaltetes verpflichtendes Schuljahr für Kinder, die nicht ausreichend Deutsch sprechen oder andere Defizite bei ihrer Entwicklung haben.
Zum neuen Schuljahr starten laut Ministerium rund 4000 Kinder in etwa 280 solcher Klassen.
Kultusminister Andreas Jung (51, CDU) kündigte deswegen schon Ende Juni an, die Regeln für Hitzefrei an den Schulen im Land überarbeiten zu wollen. Nach seiner Vorstellung sollen die Regeln auch verbindlicher werden.
Schulen sollten etwa ab einer bestimmten Temperatur nicht nur Hitzefrei geben können, sondern sie sollten es dann auch tun.
Noch immer fehlende Lehrkräfte
Fehlende Lehrkräfte bleiben auch in diesem Jahr ein Thema. Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahrs in Baden-Württemberg waren nach Angaben des Kultusministeriums noch Hunderte Lehrerstellen nicht besetzt. Über alle Schularten hinweg seien noch 426 Stellen offen, sagte der Kultusminister in Stuttgart.
Auch die Leistungen der Schülerinnen und Schüler sind seit Jahren ein Dauerthema. Regelmäßig bescheinigen Studien einen weiteren Rückgang der Kompetenzen – erst vor wenigen Tagen die Pisa-Studie, bei der deutsche Schüler so schlecht abschnitten wie noch nie.