Seltene Sportwagen, Luxusuhren und mehr: So könnt Ihr bei Justizauktion selbst mitbieten
Von David Nau
Stuttgart - Teure und seltene Sportwagen, schnelle Motorräder und Luxus-Uhren für viele Millionen Euro: All diese wertvollen Gegenstände sind von der Justiz nach Ermittlungen eingezogen worden, gehörten teils bereits verurteilten Straftätern. Bei der Auktion in Stuttgart mitbieten kann grundsätzlich jeder, ein paar Dinge muss man aber beachten.
Was wird genau angeboten?
Insgesamt 22 Gegenstände kommen nach Angaben der Justiz am 24. Oktober im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart vor Ort unter den Hammer.
Darunter befinden sich 15 Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren. Das günstigste Objekt ist eine Uhr des bekannten Herstellers Tag Heuer, die dem Auktionshaus Eppli zufolge bis zu 800 Euro wert ist. Das Startgebot liegt entsprechend bei 400 Euro.
Ein besonderes Augenmerk dürfte auf drei hochmotorisierten Lamborghini-Sportwagen liegen.
Für einen Startpreis von 90.000 Euro kann ein nicht für den Straßenverkehr zugelassener Rennwagen mit 620 PS ersteigert werden. Für das teuerste Objekt, einen 780 PS starken grün-schimmernden Lamborghini Aventador, werden mindestens 380.000 Euro aufgerufen.
Er hat gerade einmal 98 Kilometer auf dem Tacho, wurde nur 250 Mal gebaut und ist schätzungsweise 790.000 Euro wert.
Am Auktionstag selbst können die Autos, Uhren und Motorräder im Mercedes-Museum ab 10 Uhr angeschaut werden. Probefahrten sind aber nicht möglich. Um 14 Uhr startet dann die Auktion.
Gibt es auch Autos für Normalverdiener?
Es gibt auch Fahrzeuge für den kleineren Geldbeutel. Ein Audi A4 ist mit einem Startpreis von 1500 Euro gelistet, ein VW Polo startet bei 2000 Euro, ein BMW X1 bei 3000 Euro.
Ein Harley-Davidson-Motorrad ist den Schätzungen des Auktionshauses zufolge zwischen 2600 und 5800 Euro wert.
Woher stammen die Gegenstände?
Die Autos, Uhren und Motorräder wurden in Strafverfahren sichergestellt oder gepfändet.
Laut Justiz geht es um Geldwäsche, Steuerbetrug oder Drogenhandel. Wem genau die Gegenstände vorher gehört haben, gibt die Justiz nur in den Fällen bekannt, in denen die Verfahren abgeschlossen sind. Ein Porsche stammt nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart etwa von einem Mann, der wegen Drogenhandels verurteilt wurde, ein weiterer Porsche von verurteilten Betrügern.
Der Erlös der Versteigerung kommt der Staatskasse oder möglichen Opfern der Verbrecher zugute.
Wie kann ich mitbieten?
Dabei sein bei der Auktion darf nach Angaben der Justiz jeder, sie ist öffentlich. Wer mitbieten will, muss sich aber vorher beim Auktionshaus Eppli registrieren, das die Justiz bei der Durchführung unterstützt. Das geht einfach online. Wollen Bieter auch auf hochpreisige Gegenstände bieten, dann kann es sein, dass das Auktionshaus auch noch einen Nachweis haben will, dass auch wirklich genügend Geld vorhanden ist.
Ist das erledigt, dann kann sowohl vor Ort im Mercedes-Museum als auch per Telefon oder online mitgeboten werden.
Zudem können Interessierte auch bereits vorab Gebote schriftlich abgeben.
Muss ich die ersteigerten Gegenstände sofort mitnehmen?
Der mit dem Zuschlag fällige Gesamtbetrag wird sofort mit Erteilung des Zuschlags fällig und muss bezahlt werden, bevor der ersteigerte Gegenstand ausgehändigt wird, heißt es in den Bedingungen für die Auktion. Eine Ratenzahlung ist also nicht vorgesehen.
Wenn sofort bezahlt wird, kann der ersteigerte Gegenstand auch sofort mitgenommen werden. Ansonsten hat man aber auch nicht arg viel mehr Zeit.
Autos und Motorräder müssen bis zum Abend am Tag nach der Auktion abgeholt werden - sonst fallen weitere Kosten für die Käufer an: 300 Euro für die Einlagerung bei einer Firma sowie 50 Euro für jeden Tag, an dem das Auto dort steht.
Titelfoto: Marijan Murat/dpa

