Galeria zum vierten Mal insolvent: 1500 Mitarbeitende von Südwest-Filialen zittern um Jobs

Von Oliver Schmale

Stuttgart - Nach dem erneuten Insolvenzantrag der Warenhauskette Galeria bangen rund 1500 Beschäftigte in Baden-Württemberg um ihren Arbeitsplatz.

In zwölf Filialen im Südwesten müssen rund 1500 Menschen erneut um ihre Jobs bangen. (Symbolfoto)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Ver.di-Landeschefin Maike Schollenberger sagte am Freitag in Stuttgart: "Die ständige Ungewissheit ist eine Zumutung für alle. Wir erwarten von Galeria seriöse Informationen statt Nebelkerzen. Und eine echte Einbeziehung der Beschäftigten und der Betriebsräte."

Die rund 1500 Männer und Frauen in den verbliebenen zwölf Filialen im Land müssten nun zum vierten Mal in einem Insolvenzverfahren um ihre Zukunft fürchten.

Das Unternehmen hatte am Vormittag mitgeteilt, dass es beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt habe. Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren.

Stuttgart Wirtschaft Prognose gesenkt: Bilfinger streicht bis zu 1500 Stellen

Schollenberger sagte nach Angaben eines Sprechers weiter, haarsträubende Managementfehler seien der Grund für die wiederholte Schieflage von Galeria. "Während die Beschäftigten trotz der Dauerkrise täglich ihre ganze Arbeitskraft einbringen, hat Galeria notwendige Investitionen verschleppt."

Anzeige

Gespräche mit Vermietern über Konditionen

Fünf Filialen im Land werden auf ihre Rentabilität geprüft. (Symbolfoto)  © Marijan Murat/dpa

Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (53, CDU) sagte, die Warenhäuser seien für viele Innenstädte wichtige Anker. "Jetzt braucht es rasch Klarheit und eine tragfähige Perspektive für die Beschäftigten und die betroffenen Standorte." Entscheidend sei, dass der Geschäftsbetrieb zunächst weiterlaufe und alle Beteiligten konstruktiv an Lösungen arbeiteten.

Im Juli wurde bekannt, dass fünf Filialen im Land auf einer Liste von bundesweit 33 Standorten standen, die auf ihre Rentabilität geprüft werden sollen. Galeria wollte mit den Vermietern über Konditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Sollten keine tragfähigen Lösungen erarbeitet werden, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet.

In Baden-Württemberg sind nach den Angaben vom Sommer folgende Filialen betroffen: Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen.

Stuttgart Wirtschaft In Europa gibt es bald Wasserstoff-Tankstellen: Diese Unternehmen bauen ein Netz auf

Die Krise des Konzerns, der aus der Fusion von Galeria Kaufhof und Karstadt hervorgegangen war, ging in den vergangenen Jahren auch am Südwesten nicht spurlos vorüber.

Geschlossen wurden unter anderem Warenhäuser in Esslingen, Göppingen, Heidelberg (Bismarckplatz), Leonberg, Mannheim (N7), Pforzheim, Reutlingen sowie in Stuttgart (Eberhardstraße und Bad Cannstatt). Dabei gingen Hunderte Jobs verloren.

Mehr zum Thema Stuttgart Wirtschaft: