Gefährliche Sicherheitslücke: Notbremssystem versagt bei Kindern in Warnkleidung

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Von Rene Chlopotowski

München - Reflektierende Kleidung könnte Menschen in der dunklen Jahreszeit im Verkehr weniger gut schützen als gedacht - das legt zumindest eine Stichprobe des ADAC nahe.

Reflektoren sollen Kinder im Dunkeln besser sichtbar machen. Bei Notbremssystemen helfen sie hingegen nicht. (Symbolfoto)
Reflektoren sollen Kinder im Dunkeln besser sichtbar machen. Bei Notbremssystemen helfen sie hingegen nicht. (Symbolfoto)  © Jan Woitas/dpa

Die Jacken und Hosen bringen teilweise Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung bei Dunkelheit aus dem Konzept. Ausgerechnet bei Kindern mit reflektierender Kleidung und Schulranzen schnitten die Autos am schlechtesten ab, wie der Automobilclub mitteilte.

Der ADAC testete nachts sechs Autos verschiedener Hersteller mit unterschiedlicher Sensorik an Dummys. "Die Ergebnisse können nicht von einem Fahrzeug auf das andere übertragen werden", sagte ADAC-Pressesprecher Fabian Faehrmann - jedoch liege der Verdacht nahe, dass auch andere Fahrzeuge mit gleichen Systemen vor ähnlichen Problemen stehen könnten.

Trug die erwachsene Attrappe eine handelsübliche Warnweste, bremsten alle Autos rechtzeitig. Ganz anders sah es bei genormter Arbeitskleidung aus, wie sie etwa Rettungskräfte, Bauarbeiter oder die Polizei tragen: Fast alle Systeme erkannten die Person nicht oder zu spät. Ein Kind in dunklem Outfit erkannten alle Fahrzeuge, während fast jedes System bei Kindern mit reflektierender Kleidung versagte. 

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"Die Vermutung unserer Experten ist, dass Reflexionsstreifen nah über dem Boden die Systeme durcheinanderbringen", sagte Faehrmann.

ADAC vermutet Fehler bei Software und empfiehlt weiterhin das Tragen von Reflexkleidung

Der ADAC-Test zeigt: Ein Straßenwachtfahrer würde in seiner Kleidung von einem Notbremsassistenten in der Nacht übersehen werden.
Der ADAC-Test zeigt: Ein Straßenwachtfahrer würde in seiner Kleidung von einem Notbremsassistenten in der Nacht übersehen werden.  © ADAC/Uwe Rattay

Laut ADAC liegt das Problem weniger an Kamera oder Sensoren als an der Software. Nur eines der getesteten Autos erkannte ein Kind in Reflexkleidung, das hinter einem parkenden Wagen auf die Straße lief. 

Der ADAC fordert nun Nachbesserungen. "Die Hersteller sind gefordert, die Systeme zu optimieren", teilte der Sprecher mit. Das könne, wo möglich, auch mittels Updates geschehen. 

Seit Juli 2026 ist der Notbremsassistent mit Fußgängererkennung für alle Neuzulassungen vorgeschrieben. Allerdings handle es sich bei diesem Szenario nicht um eine gesetzliche Verpflichtung. "Die Anforderungen in dieser Studie gehen bewusst über die gesetzlichen Anforderungen hinaus."

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Der Club rät Autofahrern, sich nicht auf Assistenzsysteme zu verlassen. Wer am Steuer sitzt, trägt die Verantwortung und sollte im Zweifel selbst bremsen. Eltern sollten ihre Kinder darüber hinaus trotzdem weiterhin mit Warnkleidung zur Schule schicken.

Die Ergebnisse der einzelnen Autos lassen sich laut ADAC nicht direkt vergleichen, weil für jedes Fahrzeug eine andere Testgeschwindigkeit galt.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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