Achtung, hier werden Eure Tränen fließen: "Forever Ago" ist nicht wie andere Games

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Leipzig - In dem brandneuen Indie-Spiel "Forever Ago" begibt sich der Rentner Alfred nur knapp zwei Wochen nach dem Tod seiner langjährigen Ehefrau Audrey auf einen Roadtrip mit seinem alten Campervan. TAG24 hat sich mit ihm auf die emotionale Reise begeben.

Bei "Forever Ago" begibt sich der Spieler mit Alfred auf eine emotionale Reise.
Bei "Forever Ago" begibt sich der Spieler mit Alfred auf eine emotionale Reise.  © Annapurna Interactive

Bei dem Game handelt es sich um den Debüt-Titel des von zwei besten Freunden gegründeten deutschen Entwicklerstudios Third Shift. Nach eigener Aussage sollen ihre Spiele vor allem auf "erzählerische Tiefe" ausgerichtet sein.

So auch bei "Forever Ago": Bei den ersten Bildern von Alfred, einsam und alleine in seinem Van, dürften selbst die abgeklärtesten Spieler die ein oder andere Träne vergießen.

Der emotionale Schlag in die Magengrube wird nicht nur durch den melancholischen Soundtrack verstärkt, sondern vor allem auch durch die vielen Flashbacks in die gemeinsame Vergangenheit von Alfred und Audrey. Wo einst zusammen gelacht und Abenteuer erlebt wurden, ist in der Gegenwart nur noch Stille und Leere.

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Dabei wird der Spieler durch tolle, abwechslungsreiche Landschaften geführt: Von der Wüste geht es über einen Abstecher in einen verlassenen Freizeitpark unter anderem bis in eine malerische Berglandschaft.

Auf seiner Reise kann man immer wieder Alfreds Sofortbildkamera zücken, um Eindrücke festzuhalten und am Ende des Tages in sein Notizheft zu kleben. So kann man sich ein Stück weit auch selbst kreativ ausleben, während man sich in der Story treiben lässt.

Nach dem Tod seiner Ehefrau ist der Rentner nun auf sich allein gestellt.
Nach dem Tod seiner Ehefrau ist der Rentner nun auf sich allein gestellt.  © Annapurna Interactive
Eine Hündin leistet dem mürrischen Senior Gesellschaft.
Eine Hündin leistet dem mürrischen Senior Gesellschaft.  © Annapurna Interactive

"Forever Ago": Neues Indie-Game zwingt Spieler zum Innehalten

Immer wieder erlebt man Flashbacks in die gemeinsame Vergangenheit von Audrey und Alfred.
Immer wieder erlebt man Flashbacks in die gemeinsame Vergangenheit von Audrey und Alfred.  © Annapurna Interactive

"Treiben lassen" ist beim Spielen von "Forever Ago" ein gutes Stichwort: Wer schnelles, dynamisches Gameplay erwartet, ist hier nicht gut aufgehoben. Stattdessen muss man sich wirklich emotional auf das langsame Geschehen einlassen. So hebt sich das Spiel deutlich von anderen Titeln ab.

Teilweise strapaziert das Game damit aber auch wirklich die Nerven. Alfred bewegt sich - natürlich aufgrund seines hohen Alters durchaus realistisch - äußerst langsam, rennen kann er nicht. Dialoge lassen sich nicht überspringen, stattdessen ist oft viel Geduld gefordert.

Diese Langsamkeit fällt beim Erkunden der Natur und Fotografieren vielleicht nicht immer negativ auf, ist bei den Traum-Sequenzen, in denen der Protagonist durch surreale Welten wandert, aber manchmal nur schwer auszuhalten. "Forever Ago" zwingt den Spieler zur Gemächlichkeit.

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Zur Story selbst will ich nicht allzu viel verraten. Fest steht, dass es durchaus viele schöne, emotional geladene Momente zu erleben gibt, die auch mal auf die Tränendrüse drücken. Gleichzeitig kommen viele Details ziemlich vorhersehbar daher und bieten nur wenig Neues. Man sollte also wissen, worauf man sich beim Kauf von "Forever Ago" einlässt: wenig Action, dafür aber viel Herz.

Titelfoto: Montage Annapurna Interactive

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